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Nummer Eins der Woche

Von Nataly Bleuel und Boris Herrmann

Nummer Eins der Woche  28 Kommentare

Nummer Eins der Kundenrezensionen: Bettina Wulff

Mehr als tausend Kommentare bei Amazon zu einem vor einer Woche erschienen Buch. Was hat das zu bedeuten?

Von Nataly Bleuel

Kleine Anfrage bei Amazon: Ob es öfter mal Bücher gibt, die „so viele (1-Stern-)Leser-Rezensionen“ bekommen wie Jenseits des Protokolls von Bettina Wulff? Zum Zeitpunkt der Anfrage gab es 984 „Kundenrezensionen“ zu dem eine Woche vorher veröffentlichten Buch. Gerade sind von 1.047 Rezensionen 841 extrem negativ und 129 „positiv“. Positiv sind sie in der Regel im umgekehrten, also im ironischen Sinn, wie die eines der meist gelesenen 5-Sterne-Gebers, der den Spruch des Dramatikers John Osborne zitiert: „Auch das schlechteste Buch hat eine gute Seite: die letzte!“

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In einer der meist gemochten negativen heißt es: „Seite für Seite wird einem das belanglose und selbstverliebte Gejammer einer verwöhnten Göre präsentiert. Das knappe Geld reicht nicht zum Leben, der Ehemann hat wenig Zeit und ist nie da, die Doppelbelastung zwischen Beruf (als First Lady) und Kindern ist enorm, und, und, und.“

Eine Sprecherin des Online-Buch-Shops sagt: „Amazon macht zu Ihren Fragen bezüglich Vergleich mit anderen Büchern bzw. Interpretationen keine Angaben“. Und ungefragt: Man habe aber Regeln, „die beinhalten, dass keine ordinären oder obszönen Ausdrücke, aufhetzende oder böswillige Tags bzw. Inhalte verwendet werden“. Würde man darüber informiert, dass Nutzer gegen diese Bedingungen verstoßen, reagiere Amazon umgehend – „wie auch in diesem Fall“. Das heißt: Was an Kommentaren aufläuft, ist wohl noch viel schlimmer als das, was man schließlich auf der Seite zu lesen bekommt. Da tost eine Empörungswelle auf Amazon, ein Shitstorm.

Die Lady hat sich vergaloppiert. Dabei hätte es spannend sein können, was sie zu erzählen hat. Es ist nämlich verdammt schwierig, die Rolle der First Lady zu spielen. Das kann man andauernd beobachten:

Als Hillary Clinton First Lady der USA wurde, musste sie zum ersten Mal in ihrer politischen Karriere öffentlich über Plätzchen-Rezepte plaudern.

Nach vier Jahren als First Lady bezeichnet sich Michelle Obama nicht mehr als Anwältin, sondern als „Mom-in-Chief“.

Daniela Schadt gibt, als sie ins Bundespräsidialamt einzieht, ihren Job als Journalistin vorübergehend auf. Valérie Trierweiler auch. Und unsere First Lady Joachim Sauer hat sich öffentlich unsichtbar gemacht.

Die First Lady hat also Gattin zu sein, Kekse zu backen, Kinder zu hüten, auf ihren Beruf zu verzichten und nicht zu mucken. Das ist ein Frauenbild, das nicht mehr so recht in unsere Zeit passt. Ein interessantes Dilemma, über das es sich durchaus öffentlich zu sprechen lohnt:  Wie ergeht es mir als moderner Frau in der Rolle der Obersten Mutti des Staates?

Bettina Wulff sagt so sinngemäß: Beruf First Lady wär ja ganz nett – wenn das Amt nicht wäre. Alles schick, wenn nur der Mann mitgeholfen hätte – beim Kekse backen und Kinder hüten und wenn er seinen Job ( bei vollem Lohnausgleich) in Teilzeit betrieben hätte. Berechtigtes Anliegen einer zeitgenössischen Frau.

Nur leider, äh, was hatte ihr Mann noch mal für ‘nen Job?

Irgendwie hat Bettina Wulff da was falsch verstanden. Das Dilemma war nicht das Amt ihres Mannes. Sondern ihre Rolle als Frau an seiner Seite. Die totale Abwesenheit von politischer  Reflektion und Verantwortung bringt das Volk jetzt auf die Barrikaden.

Einer anderen First Lady wird der Satz zugeschrieben: „Wenn die Armen kein Brot haben, sollen sie eben Brioche essen.“ Marie Antoinette wurde geköpft, weil sie sich offenbar nur für sich selbst interessiert hat. Auf einer symbolischen Ebene ereilt Bettina Wulff gerade ein ähnliches Schicksal. Manche Kommentatoren finden das nicht richtig. Der Großteil der Kommentatoren folgt aber eher der Meinung von „OC/DC“, der sagt: „das einzige, was ich diesem rezensionsprozess hier anlasten möchte, ist die tatsache, dass auf diese art und weise volkszorn letztlich abgepuffert wird und er somit nicht in echtes politisches engagement fließt, sondern versandet“. So wurde der Online-Buchhändler Amazon gerade zum Marktplatz mit symbolischer Guillotine.

Foto: Getty

Kommentare

  • Marcelo Gándaras Meier

    Die Einkommenschere driftet immer schneller auseinander. Es sind Politiker, wie Herr Wulff, die, mit einer kleinen Subvention hier, einer wortwörtlichen Übernahme eines von der Lobby redigierten Gesetzestextes dort, dem Treiben eines Neoliberalen Wolfrudels Tür und Tor geöffnet haben. Seit Reagan/Thatcher geht es so, mit hervorstechender Leistung eines Herrn Schröder! Und so füllt das neue Deutsche Wirtschaftswunder die Taschen der Grossaktionäre des Banken- und Versicherungswesen, während millonenfach aufgestockt werden muss!!!
    Und dann, nach ihren schönen Kennenlern-Partys, haben die Marionetten-Politiker von Bild´s Gnaden wie von Guttenberg, Wulff, etc. noch nicht einmal den Anstand, bei Fehltritten einfach zurückzutreten. Sie klammern am Stuhl fest, zuletzt Wulff mit den Argumenten eines Arbeitsrechtlers, die beweisen, wie wenig er das Amt verstanden hatte, geschweige denn Begriffe wie moralische Autorität.
    Lassen sich noch grosse Zapfenstreiche ausrichten!

    Dann bleibt uns halt nur die Wuwuzela. Und der “Shitstorm”, wenn er denn nun so heissen soll. Ich hätte eher Internet-Aktivismus dazu gesagt. Und das hat nichts mit dem bemühten Wort der “Neiddebatte” zu tun. Es ist ein Problem der Gier derer, die sich in der Nachkriegszeit wie eine mehr oder weniger legitime Elite verhalten haben, sich inzwischen aber zu einer unwürdigen und unfähigen Parasitenklasse heruntergewirtschaftet haben. Darf man hier an das äffische Lachen eines Wowereits erinnern, wenn er mal wieder neue Millarden in den Flughafensumpf hat verpuffen lassen?

    WIR verdienen dieses Geld mit harter Arbeit!!!

    Und dann noch diese Frau…

    Da lobe ich mir – wer hätte geglaubt, dass ich je so etwas sage – Frau Poth und Frau Katzenberger: Profis, die genau wissen, was mit ihnen geschieht und intelligent, im Vergleich sogar höchst dezent, mit ihren Intimitäten, etc., umgehen.

    Bitte nie wieder ein Wort von ihr und ihrem Mann: auf “Ehrensold” verzichten und nie wieder sehen lassen. Und dann ist gut!

  • nachgebloggt

    Ich kann nachdem ich das Hörbuch gehört habe auch nur sagen, dass Bettina Wulff sich hier schon zu Anfang sehr widerspricht.

    http://nachgebloggt.de/2012/09/14/bettina-wulff-jenseits-des-protokolls-horbuch-review/

  • Ulli Schneider

    Betti erinnert mich an den Refrain eines Spottliedes:

    (Wo mag denn nur mein Christian sein, in Hambureg oder Bremen)

    die letzte Zeile: Hör ich nur einen Esel schrein,
    so fällt mit gleich mein Christian ein ….

  • Larissa Bries

    Eine Frage geht mir immer wieder durch den Kopf:
    Wäre Herr Wulff noch Präsident und Frau Wulff die First Lady…..hätte sie dann auch dieses Buch geschrieben oder hätte sie ihren und seinen Titel genossen?

  • nachgehört

    Ich finde dieser Song ist eine wunderbare Zusammenfassung der Geschehnisse: http://soundcloud.com/seltsam-music/oh-bettina-du-hast-mein-herz

  • drkosel

    Da haben sich zwei getroffen , denen “Klasse” fehlt. Fatal für dieses Amt. Nur einer Bananerepublik würdig.

  • Meier-mit-einem-M

    Der Autorin sei’s gedankt, dass sie auf das Kernproblem der bettinischen World-of-Wulff eingeht: die erste Gattin im Staate hatte nie ein politisches Interesse, war vermutlich auch völlig unbeschlagen, was Politik ist und welche Rolle ihr Mann zu bekleiden hatte. Beim Friseur machte sie eine gute Figur, die ausliegenden Zeitschriften studierte sie mit Faible für Fotos und Marken, aber begriffen hatte sie nicht. Bettina Wulff war “im Amt” nie angekommen. Sie drehte ihre Runden auf einer schmalspurigen Promipiste ohne wegweisende Ausfahrt. Man(n) fragt sich, welche tiefschürfenden Gespräche wohl im Hause Wulff geführt werden. Reden wir über eine Kartoffeldiät? Die Trendfarben der Wintersaison 2013? Was sagt eigentlich das Horoskop? Findest du mich zu dick?

  • Heinz – Jürgen Bruns

    Alle Menschen haben die gleiche Rechte, unterscheiden sich aber darin, wie weit sie auf das Wahrnehmen ihrer Rechte bestehen.
    Frau Wulff hat sich bisher so präsentiert, dass sie als eine zielstrebige Frau wahrgenommen wurde.
    Bisher hatte sie in der Wahl ihrer Tätigkeiten und Lebensgefährten konsequent richtig zugegriffen.
    Nun hat es den ersten Knick auf dem geraden Weg nach vorn gegeben, noch dazu mit Verleumdungen verbunden.
    Ihre Versuche die Geschehnisse auf ihre Art zu interpretieren, passt allerdings zu ihrer Art die Umwelt zu erleben.
    Bisher hat sie es nicht geschafft ihre persönlichen Wünsche zu hinterfragen.
    Das Habenwollen hat die Überlegungen nach Zweckmäßigkeit und möglichen Konsequenzen verdrängt.
    Das Selbstbewusstsein will frühzeitig eingeübt werden, Selbstdisziplin ist dabei ein guter Lehrmeister.
    Wie angenehm, dass die neuen Bewohner im Bellevue bereits vor dem Einzug ausgereift waren.

  • Brigitte Flachmann

    Das Gejammer von Bettina Wulff über die Belastungen, die sie als Ehefrau des Bundespräsidenten zu ertragen hatte, ist völlig unglaubwürdig. Am 24.06.2011 veröffentlichte die Berliner Zeitung ein Interview mit Frau Wulff, in dem sie am Schluss gefragt wurde:”Würden Sie Ihrem Mann denn eine zweite Amtszeit empfehlen?” Frau Wulff antwortete damals – völlig im Widerspruch zu ihren derzeitigen Ergüssen:” Ja, natürlich!”

  • Danielle Durand

    Was das zu bedeuten hat?
    Na nix, natürlich. Kaum war das Buch bei Amazon, waren die Zeitungs-Foren VOLL mit direkten (!) LINKS zu den Rechtsrotz-Ecken mit neuesten Anschüttungen und zu den halblustigen AMAZON-Tags (!), so wie auch hier im Standard: 11.9.2012
    haha, lest euch mal die tags durch! http://derstandard.at/plink/1345166797688?sap=2&_pid=27925364#pid27925364
    Keine Ahnung, was so ein GELENKTER Internet-Flashmob auf AMAZON aussagen soll. 1000 Bewertungen auf Amazon von 81 Millionen Deutschen ist auch nicht wirklich repräsentativ. Dieses Shit-stormchen wird sie auch noch aushalten nach allem, was DAVOR war.

    Und wenn sie gegen GOOGLE gewinnen will, hat sie bis jetzt alles richtig gemacht. Je größer der Wirbel – desto besser sind ihre Chancen.
    :-)

  • Iznogoud

    Das meistverkaufte Buch löst einen Shitstorm aus. Irgendwas stimmt hier nicht. Wenn ich das Buch so verachte und niedermache, dann kaufe ich es nicht. Wie viele der Kritiker haben das Buch gelesen ? Oder haben wir es hier mit einer für Deutschland typischen Welle des kollektiven Rufmordes, des Niedermachens und des verbalen Durchfalls zu tun ? Das Ganze angeschürt von einer voreingenommenen Presse, die an kommunikativer Inkontinenz leidet ?

  • Bettine Meier

    Einspruch!
    Kein Mensch erwartet von einer deutschen Präsidentenehefrau, dass sie Plätzchenrezepte veröffentlicht. Außer Frau Weizsäcker hat das auch keine getan.
    Man erinnere sich an Frau Köhler: Statt selbstverliebte Statements abzugeben, oder – noch schlimmer – Plätzchenrezepte zu veröffentlichten, hat sie etwas Bleibendes implementiert: Sie hat den Fokus auf Menschen mit seltenen Erkrankungen gerichtet.

  • Kalliope

    Besser als Herr Meier hätte ich es nicht ausdrücken können. Nun war der Name Wulff endlich wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Wie heißt doch das Sprichwort: Wenn über eine alte Sache, mal etwas Gras gewachsen ist, kommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder runterfrisst. Oder auch: Es geht immer – noch schlimmer. Was kommt wohl als nächstes?

  • Chloe

    @Marcelo Gandaras Meier: Vielen Dank, besser und zutreffender kann man es nicht beschreiben, toll.

  • Danielle Durand

    Verstehe die Aufregung nicht.
    Wenn wichtige Wichtelmännchen wie Jauch und der BILD-Chef-Fuzi vor einem Millionenpublikum “delikat” ÜBER sie reden, ist das okay? Nur sie selber soll vor einem Millionenpublikum gefälligst die Pappe halten, obwohl es nur um sie selber geht?

    FAKT ist, dass Google seine interessierten Google-Nutzer mit seinen “naturgegebenen” Automatic-Links über Bettina Wulff eher früher als später auf sehr grindige Rechtsrotz-Seiten führt, sogar auf echte NEONAZI-Seiten wie Thiazi-Weltnetz und Altermedia. Das also waren die Quellen für die mediale Berichterstattung ….
    Man kann die Frau so sympathisch oder unsympathisch finden, wie man will. Aber dass irgendeine Person, die mit der NAZI-Szene gar nichts zu tun hat, von Google dorthin platziert wird und dort quasi mit IHREM Namen unfreiwillig Werbung für den Rechtsdreck macht – und dass sich ein Mensch dagegen nicht wehren können soll, ist ja wohl *unpackbar*.

    Betrachtet den “Ehrensold” doch einfach als Schmerzensgeld, Ihr Ehrabschneider. Den haben sich beide redlich verdient.
    :-)

  • siby

    Ein merkwürdiges Grundgefühl beiden meisten der öffentlichen Auftritte der Bettina W. bestätigt sich jetzt endgültig, fatal: Da war jemand ehrgeizig, attraktiv an der Seite eines erfolgreichen Mannes, auf allen Fotos nett anzusehen (“Grinsekatze”); poltisches Verständnis zu besitzen und so etwas wie “vornehme Zurückhaltung” war nicht der Anspruch. Dann stellt sich heraus, der erfolgreiche Gatte entspricht nicht den Erwartungen an sein Amt. Zu vielen der problematischen Situationen hat man beigetragen, war zumindest strahlende Nutznbießerin. Nun, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, bereits beim Rücktritt des Gatten demonstriere ich “eigenständige Frau” und wiederhole das in zahlreichen Zeitungsinterviews Monate später. Frau Wulff: GlaubenSie ernsthaft, in dieser Rolle eine öffentliche Bedeutung zu besitzen ( als was sind Sie gewählt worden??)? Offenbar ja, weisen Sie doch in Ihren zahlreichen Interviews darauf hin, bei der Presse “besser weggekommen ” zu sein als Mann. Merken Sie nicht dendoppelten Verrat?? Vermutlich hätten Sie eigenständige Frau sich einen Hausmann suchen sollen. Aber gut, so jung als Glamour-First Lady auftreten zu können, ist verführerisch und sicher ist es bedauernswert, wenn man erst “on the Job” feststellt, dass man damit überfordert ist. Die Tatsache dieses überflüssigen Buches und der Sprachstil in den Interviews (schlichte Allttagssprache,teilweise vulgär (“Man kann gar nicht so viel esen, wie man koten möchte..” – Zitat B.W.)wirft nicht nur ein merkwürdiges Licht auf den Ehemann, der behauptet, diese Frau “abgöttisch” zu lieben (Ex-Bundespräsident!!, hoch alimentiert), sondern bekräftigt, wie richtig der Rücktritt dieses Paares.. war. Das Verständnis von “Modernität” als Glamourfaktor,beachtlicher Ichbezogenheitm maximaler privaten Anspruch bei maximaler intellektueller Schlichtheit/Vulgarität ist sicher erlaubt, aber bitte nicht im Amt des Bundespräsidenten unserer Republik und seiner Gattin. Große Bitte an B.W. verschonen Sie uns einfach zukünftig mit Ihren privaten Ergüssen, kümmern Sie sich um Ihre Kinder und machen Sie ein bischen Werbung für dies und das.

  • Josef

    weder für noch gegen sie könnte ich etwas sagen; das Buch habe ich nicht gelesen, werde ich nicht lesen, interessiert mich nicht. Möglicherweise soll das Buch der Öffenlichkeit post mortem erklären, daß wenigstens einer von beiden denken konnte … vielleicht tat er das, was er tat, gar als ein Getriebener; das von ihr Anempfohlene – sie war sozusagen “Mastermind in discret mission”.

    Verständlich, daß sie nach dem vorzeitigen Aus verstimmt war wie weiland Brunhilde. Denn das war ein Ehrverlust, der durch keinen noch so hohen Ehrensold als Schadensausgleich hätte kompensiert werden können. (Eben deswegen besteht er drauf.) Sicher, der Wulff Christian ist nicht Heinrich IV., wenngleich er sich nach seiner Demission symbolträchtig ins Kloster zurückzog. Ego me absolvo … et dominus nobiscum.

    Wenn mich etwas eher interessierte, dann ein Buch von seiner ersten Frau. Nach allem, was ich von ihr sah, las und hörte, eine charmante, liebenswerte und hochintelligente Frau. Solche Frauen braucht die Republik! Dann könnte man sich diese Wulffs gleich ganz sparen.

  • Petra15

    Mal eines: Die meisten “Rezensionen” auf amazon lassen nicht darauf schließen, dass die Leser das Buch gelesen haben, und sie geben es größtenteils auch nicht vor. Insofern muss man sich fragen, wieviel man auf die Meinung von Leuten geben soll, die offensichtlich nicht einmal kapieren, wozu man bei amazon rezensieren soll. Das andere: Herrn Gandaras Meier gebe ich auch recht. Es kommt aber noch etwas dazu, nämlich, dass eine zutiefst narzisstisch gekränkte Frau nicht mitbekommt, wie entsetzlich peinlich es ist, dass sie unbedingt sofort wieder auf die Bühne will, nachdem sie ein paar Stunden beim Psychotherapeuten verbracht hat und jetzt meint, zu wissen, was Sache ist. Na klar, dass sie auf den (verheirateten), als ungeheuer ehrgeizigen niedersächsischen Ministerpräsidenten durchstartete, war nicht als reine, hehre Liebe, mit der Erotik der Macht und dem weiblichen Drang zum Alphamann hat das nix zu tun. Dass sie als ehemalige Pressereferentin jeden Babyfurz professionell vermarktete, ist doch nichts als reine Naivität. Und solange der Gatte erfolgreich war, gingen als Mädchenträume von Klein-Bettina in Erfüllung. Wohnen im Schloss, sich ständig hübsch machen dürfen, in der Presse dafür gelobt werden, Schleimereien entgegen zu nehmen…unser Bellevue-Prinzesschen halt. Nun entpuppt sich der Gatte als hässlicher als ein Frosch, und leider merkt das auch die Außenwelt und lässt ihn fallen, und unser Prinzesschen muss gaaaaanz entwürdigend das Schloss räumen und nach Großburgwedel zurück. Und plötzlich ist am Frosch alles blöd, was vorher so toll war, und er soll eine 180-Grad-Wendung durchziehen und plötzlich für ihre Gefühle da sein,

  • Petra15

    Sie selbst beginnt jetzt begeistert, ihr Innenleben zu entdecken, und quatscht vermutlich stundenlang über ihre Gefühle. Das streichelt das Ego gewaltig, und weil der Psychotherapeut ein professioneller Zuhörer ist, hört der gut zu. Weil sie “Ich entdecke mein Innenleben, das so interessant ist” mit “Ich habe einen echten inneren Reifungsprozess durchlebt und abgeschlossen” verwechselt, muss jetzt die ganze Welt ihr Innenleben lesen, um ihre narzisstische Kränkung irgendwie zu kompensieren. Die Geschichte endet in völlig sinnlosen Anklagen, wie böse ihr das Leben und das Bundespräsidialamt mitgespielt haben. Das Volk sieht sehr schnell, dass es hier eine zutiefst eitle Frau bewundern soll, und keinen echten innere Reifungsprozess mitverfolgt.
    Frau Wulff, ich wünsche Ihnen ein paar Jahre in der Klosterzelle, mit Bibel und ohne Schleimereien und Geplapper. Mit liebevoller Begleitung, wenn ihr Ego dann mal wirklich zusammenkracht. Vielleicht haben Sie uns allen dann wirklich etwas mitzuteilen. Im Moment sind Sie nur peinlich, und wenn Sie wirklich Herz und Verstand hätten, würden Sie sich und uns das ganze nicht antun.

  • helago

    Clevere PR Strategie. Die Medien berichten vor erscheinen dieses für die Menschheit so wichtigen Buches ausführlich darüber. Das steigert natürlich das Interesse sehr. Diese doch sehr armen Menschen – wer kann schon von einem Jahressalär von 200000 Euro wirklich leben???? Also wird schnell ein Buch auf den Markt geworfen.
    Wie pflegte ein Pauker von mir zu sagen: Jeden Tag stehen ein paar Dumme mit dir auf, du musst sie nur finden…..

  • Gast

    Es ist reine Frauenverachtung und genauso war es mit Marie Antoinette. Bei diesem Bericht wurde vergessen, dass die Frauenrechtlerin Olympe de Gouges ebenso geköpft wurde. Wollen wir nun hoffen, dass Alice Schwarzer nicht auch noch symbolisch geköpft wird. ALLE Frauen, die auf die Frauenverachtung in hohen Positionen hingewiesen haben wie auch Kaiserin Elisabeth aus Österreich, sind diffamiert worden. Es sind Millionen Menschen, die mit der Wahrheit konfrontiert werden und sie scheinbar nicht verarbeiten können und das schlägt dann in Aggressionen um. So werden die Frauen nie frei und emanzipiert werden, denn erstmal müssen die Frauen in hohen Positionen frei sein, um den Weg für die anderen Frauen zu ebnen. Solange das Volk dagegen aufschreit, wird sich gar nichts für die Frauen ändern. Sie werden weiterhin naiv und primitiv solchen Redner wie Hitler folgen.

  • Ditmar

    da war selbst die letzte Tinte noch zu viel !

  • bayernlöwe

    OC/DC? und… schwarz rot schwarz oder… weiß?

    Sie ist als First Lady gnadenlos verleumdet worden. Schriftlich und in Veröffentlichungen. Ein paar Unterlassungserklärungen sind zu wenig. Nach StGB kann man für solche Verleumdungen auch einsitzen. Spannend wird v.a. was die Staatsanwaltschaft am Ende über ihren Ehemann bekanntgibt. Wenn sich rausstellt, dass man ihm strafrechtlich nix vorwerfen kann, dass er nur sehr ungeschickt war mit seinen reichen Freunden, dann hätte die Presse mit einer schlechten Luftnummer mal eben den Bundespräsidenten weggemobbt und ihn persönlich komplett zerstört. (Die FAZ gibt ihm in der Zwischenzeit Ratschläge, “wie er seinen Mann stehen soll”.)

    Und: zu viel unangemessene Selbstbezogenheit hat noch nie jemandem gut getan.

  • Georg Rohlfing

    … den Vergleich zu Marie-Antoinette wird Bettina Wulff noch als Kompliment verstehen!

  • Martin

    Als erwachsene Frau hätte Frau Wulff wissen müssen, was auf sie zukommt.
    Klar, wurde sie durch ihren Mann überrannt, der dieses Amt ja unbedingt haben wollte. Er hat sich ja Merkel selbst angeboten.
    Was Wulff getrieben hat, dafür kann diese Frau nichts, aber es hat ihr schon gefallen, sich mit den Mächtigsten abbliden zu lassen.
    Ich habe für beide kein Erbarmen. Imgrunde sind sie doch höchst belohnt worden und können sich alles leisten, während andere für ihr bißchen Leben bis zum Umfallen schuften müssen. Diese Menschen haben aber mehr geleistet, als beide Wulffs zusammen.
    Herr Pispers der Kabarettist sagte einmal berechtigt, manche bekommen im Leben einen Ehrensold, anstatt eine ordentliche Tracht Prügel. Recht hat der Mann.

  • helmut

    Das Zitat der Marie-Antoinette zeigt doch, dass es sich um eine Frau handelte, die wenigstens sarkastisch war. Das kann man doch von der schönen Bettina nicht sagen. Auch Selbstironie sollte man ihr nicht vorwerfen. Sie ist letztlich doch nur ein armes Mäuschen, ein Mädchen vom Lande, das sich in die große Welt verirrte und dort maßlos enttäuscht wurde. Wir sollten alle für sie beten anstatt auf ihr herumzutrampeln.

  • Helgrit Kunze

    Jetzt muss die Wulfin doch glücklich sein. Die Kasse stimmt, der Mann hat Zeit zum Helfen und kann die Kinder hüten, wenn madam zum Frisör möchte.
    Ich habe das Buch nicht gelesen, habe auch kein Interesse daran. Das Finazgebaren des ehemaligen Kurzzeit-Bundespräsidenten ist unsäglich. Das reicht mir, um mich mit diesem Paar nicht mehr zu beschäftigen.

  • mia

    Kann es nicht sein, dass die Frau einfach noch schnell alles Geld mitnehmen wollte, das irgendwie aus der Sache rauszuholen ist, auch wenn sie nichts zu sagen hatte? Bevor keiner überhaupt noch weiß, wer die ist? Es gibt ja leider Verlage, die drucken alles, und zahlen auch noch dafür… Und mir scheint einfach, dass auch die Haltung des Ehemannes diese war: Warum für etwas zahlen, wenn ich es umsonst haben kann? Warum auf Geld verzichten, nur um moralisch gut dazustehen? Dafür kann man sich ja nichts kaufen, und Geld hat man nie genug… In der Beziehung war er als Präsident schon Vertreter einer Habgier, die in der Bevölkerung immer weiter um sich greift und uns alle ruiniert.