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PromiLeaks  16 Kommentare

Miss Impossible: Eine perfekte Frau für Tom Cruise

Haben hochrangige Scientologen für den Megastar ein Brautcasting veranstaltet? Eine iranisch-britische Schauspielerin steht im Mittelpunkt neuer Enthüllungen.

Von Michaela Haas

Tom Cruise, der perfekte Filmstar. (Foto: dpa)

Wenn wir auf dem Reissbrett einen perfekten Filmstar entwerfen dürften, würde er aussehen wie Tom Cruise: auch nach dem 50. Geburtstag scheinbar alterslos, mit 75 Millionen Dollar Jahreseinkommen der erfolgreichste Schauspieler der Welt, und nebenbei beschützt er heldenhaft die Erdlinge vor Ausserirdischen. Allein, was fehlt, ist die perfekte Frau an seiner Seite. Nicole Kidman, Penelope Cruz und Katie Holmes hatten die Traumrolle als Prinzenpartnerin auf Zeit, waren alle überirdisch schön und schon fast ebenbürtig perfekt, aber zum Happy End reichte es dann eben doch nicht. Waren sie vielleicht nicht genügend Scientology-kompatibel?

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Nazanin Boniadi, 32, sieht Penelope Cruz zum Verwechseln ähnlich: Die gleichen dunklen langen Haare, das apart geschnittene Gesicht. Als Schauspielerin steht Boniadi noch am Anfang ihrer Karriere: Amerikaner kennen sie als Möchtegern-Ärztin aus den Fernsehserien General Hospital und aus How I Met Your Mother, wir kennen sie aus dem Nespresso-Spot mit George Clooney. Aber wenn wir der jüngsten Enthüllungsgeschichte des amerikanischen Magazins Vanity Fair glauben können, dann hatte Boniadi gegenüber Cruz einen entscheidenden Vorteil, zumindest wenn es um die passende Partnerwahl für Scientology-Vorzeigestar Tom Cruise ging: Sie war Scientologin und bereit, sich den strengen Kriterien von Cruises Brautschau zu unterwerfen.

Hartnäckig kursieren seit Jahren Gerüchte, dass Scientology für Tom Cruise ein regelrechtes Brautcasting veranstaltete, nachdem seine Beziehung mit der Nicht-Scientologin Penelope Cruz zerbrach. Nie verstummte das böse Geläster, „TomKat“ sei nur ein PR-Gag mit Verfallsdatum. So perfekt inszeniert scheint die Karriere des Megastars Cruise, dass auch das Privatleben nach Drehbuch choreographiert sein muss.

Der Vanity Fair-Bericht nennt nun zum ersten Mal Details: Reporterin Maureen Orth berichtet von Dutzenden Castingaufnahmen mit potenziellen Cruise-Bräuten, die angeblich von Shelly Miscavige, der Frau des Sektenchefs David Miscavige, auf Herz und Nieren geprüft wurden. Den Bewerberinnen soll vorgegaukelt worden sein, es werde ein Scientology-Trainings-Video gedreht, sie hätten aber auch seitenweise Fragen zur Person beantworten müssen, zum Beispiel: „Wie gefällt Ihnen Tom Cruise?“ Marc Headley, der damalige Studiochef von Scientology, beschreibt das Kandidatinnenprofil: “Es ist nicht so, daß man nur den Ehemann zufrieden stellen muss – man muss die Linie von Scientology vertreten.“

„Gewinnerin“ des Castings soll Nazanin Boniadi gewesen sein, und ihre Vorbereitung für den Job als Miss Cruise klingt wie das Coaching, das wir aus drittklassigen Reality Shows kennen: ein Makeover (bessere Zähne, dunkleres Haar), Benimmtraining und Verschwiegenheitserklärungen, noch bevor sie Mister Impossible überhaupt das erste Mal zu Gesicht bekam. Zum neuen Skript gehörte die Trennung von ihrem Freund, und laut Drehbuch sollte im November 2004 romantisches Schlittschuhlaufen in New York die geeignete Kulisse für ein filmreifes Rendezvous abgeben. Tatsächlich schien die Chemie zu stimmen: Zwei Monate lang waren Boniadi und Cruise fast unzertrennlich, Boniadi zog sogar in die Cruise-Villa.

Wer ist Nazanin Boniadi und warum schien sie eine geeignete Kandidatin für die Cruise Control? Vielleicht waren es das Biologiestudium an der renommierten University of California in Irvine und der Nachwuchspreis für ihre Krebsforschung, die sie als klugen Kopf auswiesen. Oder einfach die Tatsache, dass ihre Mutter Scientologin war. Boniadi, in Teheran geboren, in London aufgewachsen, wurde die “persische Audrey Hepburn” genannt, ergatterte ihre ersten kleinen Fernsehrollen und hoffte auf den Durchbruch beim Film, als sie sich für die streng geheime Hauptrolle bewarb. Aber es reichte dann doch wieder nur für eine Nebenrolle. Vermutlich war Boniadi zu klug, um auf Dauer als Dekorationsbeilage zu dienen: Zwar verliebte sie sich in Tom Cruise, aber angeblich himmelte sie ihn nicht ehrfürchtig genug an und brüskierte David Miscavige bei einem Ski-Ausflug. So musste sie im Januar 2005 aus der Villa aus- und in ein Scientology Center in Florida einziehen. Wenig später begann Cruise eine Beziehung mit Katie Holmes.

Reporterin Maureen Orth beruft sich auf eine nicht namentlich genannte Quelle, die Boniadis “Strafe” für die missglückte Beziehung detailliert: „Sie musste Klos mit der Zahnbürste schrubben, Badezimmer saubermachen und mitten in der Nacht Gräben ausheben.“

Kein Wunder, dass Boniadi Scientology nach dem missglückten Cruise-Stunt verließ und sich wieder mehr auf ihr humanitäres Engagement besann: Sie war jahrelang eines der offiziellen Gesichter von Amnesty International und nutzte ihre iranische Herkunft, um auf humanitäre Missstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Auf ihrer Webseite schreibt sie, sie habe sich “mit politischen Entscheidungsträgern getroffen, mit anderen prominenten Aktivisten zusammen gearbeitet und Petitionen an die Vereinten Nationen“ für die Freiheit iranischer Frauen unterstützt. Zur ihrem Cruise-Abenteuer schweigt sie.

Scientology bestreitet, es habe das von Vanity Fair ausgemalte Brautcasting je gegeben. „Gedruckte Lügen sind immer noch Lügen – erfunden, um Zeitschriften zu verkaufen“, sagte ein Sprecher. Aber Dementis stoppen die Gerüchteküche in Hollywood nicht. Seit die Details des Vanity Fair-Berichts bekannt wurden, werden immer neue Namen in den Ring geworfen. Sofia Vergara, Jessica Alba und Scarlett Johansson waren in der Vergangenheit oft als potenzielle Kandidatinnen genannt worden, Belege gab es nie.

Die Boniadi-Story unterscheidet sich dadurch, dass sie von einer weiteren Quelle bestätigt wird. Hollywood-Regisseur Paul Haggis (“Crash”), der Scientology nach 35 Jahren Mitgliedschaft 2009 verließ, hat sich inzwischen zu Wort gemeldet und nennt “Naz” Boniadi eine gute Freundin. Er will von der Sache vor drei Jahren erfahren haben, als er die Machenschaften von Scientology untersuchte, bevor er sich aus der Organisation zurückzog. „Naz schämte sich für ihre unfreiwillige Verwicklung in diese Sache und wollte, dass es nie jemand erfährt, deshalb habe ich geschwiegen”, schreibt Haggis in seiner Stellungnahme. „Aber ich war sehr bestürzt darüber, dass hochrangige Kirchenmitglieder so einfach eines ihrer Mitglieder benutzten, sie so hartherzig bestraften und dann mundtot machten.“

Wie geht es nun weiter? Das Klatschportal RadarOnline berichtete, eine neue Ausschreibung für den vakanten Job als Miss Impossible IV laufe bereits. Die Kunst, schweigen zu können, ungehemmte Begeisterung für Tom Cruise und tadellose Scientology-Auditing-Reports scheinen als Bewerbungsvoraussetzungen hilfreich. Yolanda Percoraro, eine fast unbekannte, aber umwerfend attraktive junge Schauspielerin wird derzeit als Favoritin gehandelt. Könnte passen: Sie hat lange dunkle Haare, ist überzeugte Scientologin und hofft auf den Durchbruch beim Film.

Kommentare

  • Daggi

    Ich wünsche TC. nur das Beste, er hat es verdient nach solch einem abgekaterten Scheidungsakt. Er ist nun mal ein workaholic und das beide Karriere machen, wie Katie das bestimmt wollte muß jetzt Suri ausbaden.Das ganze Getöte um Scientology ist auch bloß von den Medien aufgeblasen. Wenn es wirklich so schrecklich wäre würde man ständig irgendwas verlauten hören. Alles Quatsch.

  • mucmelo

    ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass das so ablief und es auch wieder so sein wird.

  • Mimi

    Phantasie kennt eben keine Grenzen. Eigentlich erstaunlich, dass man den Ex-Scientologen immer alles abkauft was für ein krudes Zeug sie so von sich geben.

  • vb

    …. ziemlich blauäugige Kommentare hier. Ich empfehle etwas mehr Beschäftigung mit dieser Sekte, dann geht vielleicht dem ein oder anderen ein Licht auf! Nur weil man TC mag sollte man sich nicht von so einer Sekte einlullen lassen sondern gerade deshalb mal hinter die Kulissen gucken!

  • hehe

    lustig… scientologen sind ja schon länger aktiv in kommentar-bereichen…

    das kann nur von einem scientologen kommen… “Eigentlich erstaunlich, dass man den Ex-Scientologen immer alles abkauft was für ein krudes Zeug sie so von sich geben”

  • Micha

    Scientology ist perfekt organisierte Gehirnwäsche und macht aus Menschen Idioten. Man kann nur hoffen, dass Cruise irgendwann aufwacht.

  • docfalcon

    Eins muss man dieser Firma lassen: Sie ist auf Zack. Den ersten Kommentar, dessen Erwiderung wird auch gleich wieder beantwortet. Hut ab, gute Orga. Und Kommentare im Internet abzusondern, die den Führern genehm sind, ist auch eine so viel angenehmere Aufgabe als Klos putzen.

    “Wenn du reich werden willst, gründe eine Religion.” L. Ron Hubbard.

    Mehr muss ich über diese Sekte nicht wissen, um sie völlig und total abzulehnen.

  • tuscany

    Na, da kennen wir ja jetzt zumindest schon die Meinung von zwei Scientology-Sympathisanten (oder Mitgliedern?) zur Geschichte…

  • malgin

    Ich war bis vor 3 Jahren selber aktiver Scientologe und öfters aufgefordert, Leserbriefe zu schreiben, um das “Image” von Scientology zu verbessern. Meinungsumfragen zu “Scientology verbieten” im Internet wurden von uns damals massiv manipuliert.

  • Teddylioni

    Keiner braucht diese rassistische vereinigung der Scientologen, hier ist Intoleranz völlig berechtigt und von Nöten. Leider besitzen sie sehr viele Firmen und spielen in den lobbyvereinen mit, wie es auch die logen tun, ist ja eh nur ein Ableger davon.
    Grausames Spiel um die Gesellschaft zu zersetzen…

  • Gaby

    Think for yourself

  • Moser

    soll, angeblich etc..ganz schache Beweislage. Cruise “soll” ja angeblich 3 Monate eine innige Beziehung mit der gecasteten Dame gehabt haben und kein einziger Paparazzi hat je ein Foto von den beiden machen können! Und der Mann scheint ja so schüchtern zu sein, dass es sehr schwierig sein muss eine Freundin zu finden…der Arme.
    Scientology und Tom Cruise scheint eine tolle Kombination für erfundene Geschichten zu sein.

  • bruno

    Scientology gehört schon lange verboten. Leute ausnehmen und manipulieren ist noch lange keine Reliogion.

  • MarkusB

    Ob der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte stimmt – eigentlich egal. Haarsträubend ist die Geschichte, aber deswegen wird sie nicht besser. Die Überschrift dieser Kolumne lautet: Der ironische Seitenblick auf Stars und Sternchen. Nur was ist hier Ironie? Und was ist hier Story? Und was ist überprüft und wahr? Eigentlich nichts, denn alles nur aus ungeprüften Drittquellen. Eigentlich fänd ich es am schönsten, wenn die Story noch aberwitziger wird: Tom Cruise ist schwul, hat einen Ödipus-Komplex und die Frauen sind nur PR-Zierde im Hollywood-Geschäft, der nebenbei Scientology tauglich sein muss. Wie wäre es denn damit?

  • Münchner Sternderl

    Und, hat die Reporterin schon Besuch von der Sekte bekommen? Ist die Org auf Zack? Krudes Zeug, meine Güte, wenn ihr glücklich gehirngewaschen seid, dann lasst vernunftbegabte Menschen in Ruhe mit eurem Sektensprech!

  • Peter

    Die Vanity Fair Story über das Frauencasting für Tom Cruise beruht auf falschen Informationen; siehe http://bit.ly/OxG7xK