Denkanstoß

Auch wenn es verlockend ist: Keinesfalls sollte man anfangen, sich Gedanken über die Gedanken von Tieren zu machen.

Auch wenn es verlockend ist: Keinesfalls sollte man anfangen, sich Gedanken über die Gedanken von Tieren zu machen. Es führt zu nichts. Solange dieser goldige Karpfenartige hier auf dem Bild keinen Zettel nimmt und in Schreibschrift aufschreibt, was ihm gerade durch den Kopf geht, wissen wir es nicht. Wir können uns immer nur spaßeshalber in seine Lage versetzen. Aber das dann nicht als Fisch, sondern als Mensch, der gelb, dicklich und stumm lebenslang durch ein Bassin treibt und plötzlich einer manikürten Damenhand ansichtig wird. Es wäre wohl etwas in dieser Richtung: Schöner Armreif, aber was soll das wieder? Bleibt das jetzt so? Warum hat mir niemand vorher Bescheid gesagt? Wo kann ich mich beschweren? Ausgerechnet jetzt, wo ich nur kurz da rüber treiben wollte! Und so weiter, typisch menschliches Denkmuster eben. Was im Kopf wirklich vor sich geht, bleibt ewig unergründlich. Einziger Trost – die Tiere halten es mit den Menschen genauso. Vermutlich.

Tiefenentspannt: Armreif »B.Zero1« aus Roségold, von Bulgari

Foto: Markus Burke