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aus Heft 51/2013 Familie

Ausdruck der Liebe

Max Fellmann 

Ultraschallbilder sind die erste Verbindung zum Kind - lange bevor Mutter und Vater es spüren können. Mit einem 3-D-Drucker werden die Embryos jetzt plastisch. Vor allem blinde Eltern können ihr Glück nun fassen.

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Die Wochen vor der Geburt eines Kindes gehören zur spannendsten Zeit für werdende Eltern. Jede Information über die Gesundheit und das Wachstum des Embryos ist unendlich kostbar. Ganze Abende sind dem Betrachten von Ultraschallbildern gewidmet - in diesem Punkt jedoch waren blinde Eltern auf Beschreibungen angewiesen. Dann kam der brasilianische Industrie-Designer Jorge Roberto Lopes dos Santos auf eine Idee: »Ich habe im Studium mit 3-D-Druckern experimentiert, Modellbau und so«, erzählt er, »aber ich wollte wissen, ob die Technik auch wirklich Wertvolles leisten kann.« Gemeinsam mit einem Arzt begann Lopes, Ultraschallbilder von Ungeborenen ins Dreidimensionale zu übersetzen: Die 3-D-Drucker formten Puppen aus Kunststoff. Die ersten Kunden schwärmen, es sei, als halte man das ungeborene Kind in den Händen. Ursprünglich diente die Methode dazu, die pränatale Diagnostik zu verbessern: »Wir können helfen, Fehlbildungen genauer als bisher zu erkennen«, sagt der Designer, da Ärzte die Puppen wie einen Patienten untersuchen können. Mit seiner Firma Tecnologia Humana 3D hat er bereits Hunderte von Exemplaren produziert. Dass er nebenbei das Leben blinder Eltern bereichern kann, freut den Erfinder: »Es ist wunderbar, dass blinde Menschen nun das Glück empfinden können, das Millionen von Eltern beim Betrachten der Ultraschallbilder erfahren.« Viele hielten 3-D-Drucker bisher für ein Science-Fiction-Spielzeug für Nerds. Spätestens jetzt sind sie im Alltag angekommen. Eine neue Dimension.
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