Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

Probier doch mal 14. April 2017

Jenseits des Hefezopfes

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Unser Koch hat ein Rezept entwickelt, das unsere Ostertradition mit orientalischen Ideen bereichert. Einen Teil der Zutaten findet man sogar am Wegesrand.

Anzeige
Schärfer als Pesto, aromatisch wie ein indisches Chutney und frisch wie eine Zitronenvinaigrette, das ist Zhoug oder Schug. Die Kräutersauce stammt aus der jemenitischen Küche in Israel und jeder, der sich in unser jemenitisch-jüdisches Osterbrot  verliebt hat, kann es statt mit Marmelade auch mit Zhoug genießen. Die Kombination von Brot mit Zhoug, hart gekochten Eiern und geriebenen Tomaten ist ein jemenitischer Klassiker - ohne das aufwändige Brot zu backen, schmeckt die Kombination aber auch sensationell mit Fladenbrot vom Bäcker. Nur frisch getoastet oder geröstet sollte es sein. Es ist mir klar, dass es natürlich keine jüdische Ostertraditionen geben kann, aber der Gedanke, schöne und passende kulinarische Rituale aus anderen kulturellen Zusammenhängen zu teilen gefällt mir gut. Damit bin ich nicht alleine: Auch der Superstar der israelisch-palästinensisch inspirierten Küche, Yotam Ottolenghi, beschrieb kürzlich in der New York Times wie sich jüdische und christliche Pessah- und Ostertraditionen in seiner eigenen Familie mischen. Ostern ist ein guter Moment für kleine Gesten der Völkerverständigung.

Zhoug für 4 Personen


8 dicke grüne Chilischoten, z.b. Jalapeno-Chilis
1 großer Bund Koriander
1 großer Bund Petersilie
12 Bärlauchblätter oder eine halbe Zehe frischer Knoblauch
1 TL Salz
1 TL Kardamom
1 TL Kreuzkümmel
1 EL Koriandersamen
1 saftige Limette
175 ml Olivenöl

Chilis waschen, halbieren dabei entkernen. Die Chilis grob hacken. Die Kräuter ebenfalls waschen, trockenschleudern und hacken. Mit dem Salz zu den Chilis geben. Kardamomsamen mörsern oder Kardamompulver verwenden, das Gleiche gilt für Kreuzkümmel und Koriandersamen. Die Limette heiß waschen, abtrocknen und die Schale abreiben, den Saft auspressen. Alles zur Chili-Mischung geben, verrühren und das Olivenöl zugeben.

Ich püriere etwa die Hälfte der Mischung im Mixer und mische den cremigen Teil mit der grob gehackten Hälfte - man kann aber auch einfach alles wie ein Pesto fein pürieren, ohne mühsam Jalapenos und Kräuter mit der Hand zu hacken - das schmeckt cremiger und dafür weniger knackig.



 Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung auf Das Rezept
 
Anzeige

  • Probier doch mal

    Knusper hoch zehn

    Nichts gegen eine schöne Martinsgans. Aber der viel höhere Knusperfaktor macht die festliche Asia-Ente unseres Kochs zum Geschmackserlebnis.

    Von Hans gerlach (Text + Foto)
  • Anzeige
    Probier doch mal

    Zurück zu den Wurzeln

    Weil ihr Saft hartnäckige Flecken hinterlässt, ist die Schwarzwurzel nach und nach von den Tellern verschwunden. Vollkommen zu Unrecht! Unser Autor erklärt, wie Sie das Gemüse zubereiten, ohne sich danach die Hände schrubben zu müssen – und eine Suppe daraus kochen, die jeden Herbstblues vertreibt.

    Von Hans Gerlach (Text + Foto)
  • Probier doch mal

    Jetzt sind wir Quitte!

    Das Obstjahr mag nicht ideal gewesen sein, aber die verbliebenen Früchte haben es in sich. Hans Gerlach zeigt, wie sich aus Quitten ein wunderbares Chutney zaubern lässt, das perfekt zu Ziegenkäse-Talern passt.

    Von Hans Gerlach (Text + Foto)