Danke für nichts

Fast alles kann man sich inzwischen liefern lassen. Ein bestimmter Bringdienst, der perfekt in unsere Zeit passen würde, fehlt allerdings noch.

Illustration: Dirk Schmidt

Viele durchaus wohlhabende Menschen haben in den vergangenen Monaten mit Einschränkungen dieser und jener Art gelebt und sind dabei zu der Erkenntnis gekommen: Weniger ist mehr. Verzicht kann mein Leben bereichern. Denn wichtig sind im Leben: menschliche Beziehungen, ein Sonnenaufgang, Spaziergänge im Park, das Beobachten von Ameisen bei ihren Tätigkeiten, von Regentropfen auf Fensterscheiben.

Andererseits mussten sie feststellen, dass Nichtkonsum etwas Einsames ist. Ein Sofa nicht zu kaufen, den Erwerb neuer Schuhe hintanzustellen, ein Geschäft mit leeren Händen zu verlassen

Die Frage ist also: Wie kann ich der Einsamkeit des Verzichtszustandes entkommen? Wie ist es möglich, aus der Untätigkeit ein Erlebnis zu machen, die Passivität des

Bruno, mein alter Freund, hat dazu eine Idee entwickelt.

Wir unterhielten uns bei einem Bier über den Erfolg der Firma Delivery Hero, die im Dax den Platz

Wie wäre es mit einem Nichtlieferdienst?, fragte Bruno.

Was meinst du?, fragte ich zurück.

Es wäre doch

Wie sollte das

Natürlich kostet es

Das ist genau

Zumal, fügte Bruno hinzu, du nicht zu Hause sein könntest und beim Heimkommen einen Zettel vorfändest, auf dem stünde: Wir haben Ihnen nichts geliefert.

Oder, sagte ich,

Die Firma wird Leere Hände heißen, rief Bruno.

Oder Empty Hands, wegen des US-Marktes?, fragte ich.

Das muss gefeiert