»Er strahlte eine Art Abenteuer aus, die mich unglaublich anzog«

Alina wandert im Mai 2019 nach Teneriffa aus und verliebt sich in Miguel – obwohl keiner die Sprache des anderen spricht. Die beiden kaufen ein Stück Land und wohnen dort gemeinsam in einer Höhle. Hier erzählt Alina, was sie über Mut und die Liebe gelernt hat. 

Alina (26) und Miguel (31) wollen auf ihrem Grundstück einen Gnadenhof für Tiere einrichten.

Foto: privat

Alina:
Als mein damaliger Freund und ich uns nach fünf Jahren trennten, machte ich mir eine Liste mit Herausforderungen. Kleine, bescheuerte Sachen: Ich hatte zum Beispiel wahnsinnige Angst vor Solarien, vor der Enge, dem Eingeschlossensein. Aber ich ging ins Sonnenstudio, stand eine halbe Stunde lang vor der Liege, redete auf sie ein und legte mich hin. Ich hielt nur zwei Minuten durch, aber danach war ich stolz wie Oskar. Aber auch große Sachen: Ich reiste drei Monate lang allein durch ganz Südafrika. Dort arbeitete ich als Freiwillige und brauchte all meine Ersparnisse auf.

Als ich wieder in Deutschland angekommen war, wollte ich am liebsten gleich wieder weg. Ich stellte mich der bisher größten Challenge: Übers Internet fand ich einen Callcenter-Job auf Teneriffa, kündigte meinen Job als Sozialpädagogin und Erziehungsbeistand – und wanderte im Mai 2019 aus. Ein Neustart. Fremde Sprache, fremde Kultur. Auf meinem Handy hatte ich noch Tinder, ein Überbleibsel aus Deutschland, das ich eigentlich löschen wollte. Aber dann war ich doch neugierig, welche Männer die App mir auf Teneriffa anzeigen würde.

Tinder nutzt den Standort und schlägt nur Menschen vor, die sich in der Nähe befinden. Zwischen all den oberkörperfreien Südländern mit gegeltem Haar fand ich Miguel. Er hatte pink gefärbte Haare, trug ein Jeanshemd zur Jeans und alberte auf seinen Fotos auf der Straße herum. Er war so anders, dass er mich sofort interessiert hat. Er war der Einzige, dem ich schrieb. Auf Englisch, weil mein Spanisch zu schlecht war. Nachdem wir einige Zeit gechattet hatten, beichtete er mir auf

Miguel betreibt seit zwei Jahren einen Club auf Teneriffa. Dort wollten wir uns zum ersten Mal treffen. Ich war so nervös, dass ich mehrmals um den Block lief, bevor ich mich reintraute. Ich erkannte ihn gleich. Er trug das Jeanshemd. Wir unterhielten uns mit Händen und Füßen. Ich glaube nicht an Liebe auf den ersten Blick, aber mein Körper lehnte sich die ganze Zeit zu ihm. Er strahlte eine Art Abenteuer aus, die mich unglaublich anzog. Als wir spazierengingen, fanden

Das verbindet uns am meisten: Humor. Wir haben die gleichen Interessen und Ideen. Das Schlechteste an Miguel kommt aus einer sehr guten Seite: Er kann sauer und temperamentvoll werden, weil er ein sensibler Mensch ist und Dinge viel stärker wahrnimmt als andere. Normalerweise bin ich emotional, aber ihm begegne ich rational. Ich vermittle ihm, dass es die Wut nicht wert ist. Seit ich mit Miguel zusammen bin, werde ich selbst weniger wütend. Miguel lernt durch mich, gelassener zu sein.

Miguel

Es

Eines

Ich lernte schnell Spanisch, weil Miguel und ich uns sonst nicht richtig verständigen konnten. Durch Miguel fühlte ich mich auf Teneriffa zuhause. Der Callcenter-Job erfüllte mich aber nicht. Zunächst plante ich mit einer Kollegin, ein Grundstück für einen Foodtruck zu kaufen. Schnell war Miguel mit an Bord. Die Kollegin sprang ab, weil ihr die Investition zu hoch war. Miguel und ich blieben.

Wir

Ich

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Miguels

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