»Ich würde mich gerne neu vorstellen. Ich bin Leo«

Er ist 16, als er feststellt, dass der weibliche Körper und sein alter Name, Leoni, nicht stimmen. Leo outet sich und ­beginnt, als Mann zu leben – mit allen Konsequenzen. Das Tagebuch einer Transformation.

Zwischen dem Foto links und der Aufnahme rechts liegen knapp eineinhalb Jahre.

22. Mai 2016

Es ist ein heißer Tag in South Beach, ich bin mit meinem Vater in Florida und zeichne. Unter die sehr durchschnittliche Skizze eines männlichen Oberkörpers schreibe ich: My journey starts here. Und unterschreibe mit Leoni, ein letztes Mal. Vor diesem Moment habe ich mich eigentlich geweigert, überhaupt daran zu denken, dass ich trans sein könnte. Aber nun weiß ich, wie es weitergehen wird. Und dass es hart werden wird.

Ich bin bei meiner

Ich

Einen

Therapiebeginn.

Viele

Ich

Mit

Ich

Ich bin seit zwei Monaten in der Therapie. Im Gutachten steht: »Der Patient ist im weiblichen Geschlecht geboren, kann sich jedoch damit nicht identifizieren. Der Pa­tient wurde eingehend psychiatrisch und sexualmedizinisch untersucht. Es ist eine transsexuelle Entwicklung nachweisbar, die bis in die Kindheit zurückreicht und in den letzten Jahren zunehmend zu einem inneren Spannungszustand führte. Es handelt sich um ein überdauerndes Zugehörigkeitsgefühl zum männlichen Geschlecht. Der Patient leidet sehr stark unter der weiblichen Brust und versucht, diese – so weit wie möglich – zu kaschieren. Der Geschlechterrollenwechsel ist komplett vollzogen. Die Personenstandsänderung nach dem Transsexuellengesetz ist beantragt.« Ich laufe durch München, stehe an der Ecke Theresienwiese, schau aufs Straßenschild, die Sonne scheint, ich höre Cat Stevens, Tea for the Tillerman, damit bin ich aufgewachsen, das ist die Musik, die mein Vater gehört hat. Es geht mir gut. Heute ist ein schöner Tag.

Brief

Abiball.

Eizellentnahme

Seit

Die

Meine

Ich

Alle

Noch

In

Heute

Ich

Die

Sie

Ich

Antrag

Wenn

Als

Ich

Manchmal

Personenstandsänderung.

Ich bin so nah an meinem Namen geblieben, weil meine Eltern den ja für mich ausgesucht haben. Ich mochte Leoni auch immer. Und Leon sowieso, ich war so ein Wilde-Kerle-Fan als Kind, wollte immer so sein wie Leon. Jetzt heiße ich Leon, das ist irgendwie gut. Und Leo haben mich viele schon früher einfach genannt, als Spitznamen. Das macht es einfacher.

Meine

Yannick,

Wenn

Für

Ich

Neulich

Eigentlich

Bin

Die

Das

Beratungsgespräch

Nach

Wenn

Ausgemistet.

Seit

So

Ich

Ich

Aber

Mein

Protokoll: Gabriela Herpell