»Hinter Micro-Cheating steckt teils eine fast suchtartige Abhängigkeit von äußerer Bestätigung«

Herzchen verschicken, »Hot!« kommentieren, heimlich mit dem Ex schreiben: Keine richtige Untreue, aber auch nicht nichts. Eine Paartherapeutin über den kleinen Betrug mit dem Smartphone und was er über das Selbstwertgefühl aussagt.

Foto: Getty Images / Guido Mieth

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SZ-Magazin: Frau Rammer-Gmeiner, haben Sie häufig mit Paaren zu tun, bei denen eine Person eifersüchtig auf das Online-Verhalten der anderen ist?
Rammer-Gmeiner: Sehr häufig. Social Media ist vor allem bei Menschen unter 30 Thema, etwa wenn die Partnerin Herz-Emojis verschickt oder der Partner öffentlich »hot« unter fremde Fotos schreibt – und man vielleicht sogar von Dritten darauf aufmerksam gemacht wird. Das bekommt eine zusätzliche Dynamik, weil alles auf einer öffentlichen Bühne stattfindet. Bei den über 30-Jährigen zeigt es sich eher, indem sich etwa jemand heimlich ein Datingprofil zulegt, um sozusagen den eigenen Marktwert zu testen.