SZ-Magazin: Frau Kieselbach, Herr Hallet, Sie sind verheiratet und arbeiten als Therapeuten zusammen. Welche Vorteile bringt es für Paare, zu einem Therapeuten-Paar zu gehen?
Thomas Hallet: Es gibt dann zwei Antennen, die die Klientinnen und Klienten wahrnehmen. Paare schätzen das, weil sie sich nicht einer einzigen Person ausgeliefert fühlen.
Springt jeder einem Ehepartner zur Seite oder gibt es wechselnde Allianzen?
Dagmar Kieselbach: Es ist nicht so, dass ich etwa die Frauen übernehme und mein Mann die Männer, wir stellen uns niemandem an die Seite. Es geht darum, dass wenn der eine von uns im Gespräch mit dem Paar ist, der andere eher körpersprachliche Signale wie angespannte Hände oder die Mimik wahrnehmen kann. Ich mische mich auch ein, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Mann einen Aspekt übersieht, oder umgekehrt.
Hallet: Man merkt manchmal, wie einer der beiden sich schon stärker an einem von uns orientiert. Jemandem zur Seite springen wäre allerdings unpassend, wir wollen uns nicht verbünden, sondern gegenüber beiden in gleicher Distanz oder Nähe sein, je nachdem.
