»Heutzutage fällt es viel leichter, Alkohol abzulehnen«

Weihnachten kann ein berauschendes Fest sein. Rotwein und Sekt fließen in Strömen. Und das ist okay, sagt der Suchtexperte Bastian Willenborg. Wann das Trinken zum Problem wird und wie sich die Feiertage mit und ohne Alkohol überstehen lassen, erklärt er im Interview.

»Laaaaaaaast Christmaaaaas!« Alkohol gehört an Weihnachten für viele dazu.

Foto: GettyImages/Hinterhaus Productions

Herr Willenborg, was haben Sie an Heiligabend im Glas?
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Rotwein.

Wie viel ist aus Ihrer Sicht zu so einem Anlass in Ordnung?
Zwei Gläser Rotwein zum Essen sind an einem Feiertag sicherlich okay. Aber das lässt sich schwer pauschalisieren. An Weihnachten kommt zum Alkohol die emotionale Komponente hinzu. Durch Alkohol können manche Situationen eskalieren, je nachdem, wie Familien strukturiert sind.

Wie meinen Sie das?
Viele Menschen finden Weihnachten wunderbar und sind gerne mit ihren Verwandten zusammen. Es gibt aber auch Familien, die sich untereinander nicht mögen. Wenn dann Alkohol getrunken wird, kann es passieren, dass Dinge gesagt werden, die ohne den Einfluss von Alkohol niemand über die Lippen gebracht hätte. Denn eine Wirkung von Alkohol ist eben, dass er entängstigend und enthemmend ist.