Frau Kliesch, Frauen können nach den Wechseljahren keine Kinder mehr bekommen. Wie sieht es mit der Fruchtbarkeit älterer Männer aus?
Sabine Kliesch: Bei gesunden Männern ändert sich an der Fruchtbarkeit im Laufe des Lebens wenig. Bis ins hohe Alter kann der Hoden neue Spermien bilden, während bei einer Frau nach der Menopause keine Eizellen mehr zur Ausreifung gebracht werden. Männliche Samenzellen dagegen verändern sich im Alter nur leicht, was sich kaum auf die Fruchtbarkeit auswirkt.
Die Spermien sind die mobilen Samenzellen des Mannes. Sie tragen das Erbgut in sich und transportieren es zur Eizelle, um sie zu befruchten. Erstaunlich, dass alles im Körper altert, nur sie nicht …
Spermien sind auch noch beweglich und fähig eine Eizelle zu befruchten, wenn ein Mann sehr alt ist. Allerdings wissen wir aus größeren Studien, dass es im Alter zu epigenetischen Veränderungen der Spermien-DNA kommt. Das führt dazu, dass die Kinder älterer Väter ein leicht erhöhtes Risiko haben, mit psychiatrischen Störungen wie Autismus auf die Welt zu kommen. Auf den ersten Blick sieht man das ihren Spermien nicht an – sie sehen normal aus und sind beweglich wie die von jungen Männern. Schaut man aber genauer hin, zeigt sich, dass die DNA nicht mehr so kompakt im Spermienkopf verpackt ist. Die Männer, die an diesen Studien teilnahmen, waren alle mindestens 50.
