Wunschdenken

Die unheilbare Nervenkrankheit ALS lähmt Patienten so umfassend, dass sie nicht mehr in der Lage sind zu kommunizieren. Der Tübinger Professor Niels Birbaumer behauptet, die Gedanken dieser Menschen entschlüsseln zu können. Birbaumers Fachkollegen bezweifeln das. Doch nur ein junger Informatiker wagt es, gegen den Star-Forscher vorzugehen.

Eine Neopren-Kappe wie diese ist mit Sensoren bestückt. Sie misst die Gehirnaktivität. Professor Niels Birbaumer behauptet, auf diesem Weg mit vollständig gelähmten Patienten kommunizieren zu können.

Foto: Nadio Verlyck/Wyss Center/dpa/picture alliance

Den Schlüssel zu den eingesperrten Gedanken sah der Professor vor neun Jahren in einer Erdgeschosswohnung in Hamburg-Dulsberg.

Dort liegt, heute wie damals, Waltraut Faehnrich, 73, nur bewegt vom rhythmischen Schnaufen der Beatmungsmaschine, die Augen geschlossen, der Mund geöffnet, die Zunge schaut hervor.

An die Wand hinter dem Krankenbett, aus dem seine Frau nicht herauskommt, hat Joachim Faehnrich eine Fototapete geklebt. Die Tapete zeigt ein weit geöffnetes Fenster mit Blick auf die Blaue Lagune der Dominikanischen Republik. Die Faehnrichs haben

Heute kann sie diese Fototapete ohne eine Spezialbrille, die ihre Augenlider oben hält, genauso wenig sehen wie die Porträts ihrer sechs Enkel daneben. Waltraut Faehnrich ist auch in der Lage zu hören, zu riechen und Berührungen

ALS, amyotrophe Lateralsklerose, ist eine unheilbare Nervenkrankheit. Nach und nach verliert das Gehirn die Kontrolle über die Muskeln. Es kann mit einem tauben Fuß beginnen oder mit Schluckbeschwerden, bis im schlimmsten Fall ein Zustand fast völliger Lähmung

Die allermeisten an ALS Erkrankten entscheiden sich zu einem frühen Zeitpunkt gegen eine künstliche Beatmung, aus Angst vor diesem Zustand. Menschen wie Waltraut Faehnrich, die im Endstadium der Krankheit leben, angeschlossen an eine Beatmungsmaschine, künstlich ernährt, gibt

Auf dem Familienbild von 2007 – das erste Weihnachtsfest nach der Diagnose – sitzt Waltraut Faehnrich schon im Rollstuhl, sie lächelt ein mühevolles Lächeln. Die Faehnrichs haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wollte sie am Leben

Zuerst verschwand die Stimme. Dann konnte Waltraut Faehnrich keinen Finger bewegen. Dann nicht mal ihre Lider, mit denen sie noch den »Eyetracker«, einen Sprachcomputer, der mit den Augen gesteuert wird, hatte bedienen können. Kein Ja mehr, kein

Der Ehemann wollte nicht akzeptieren, dass er nicht mit ihr kommunizieren konnte. Dass er nicht mehr wusste, was sie denkt. Sie war doch noch da. Joachim Faehnrich machte sich auf die Suche, drei Jahre lang. Ein Freund

Prof. Dr. phil. Dr. h.c. mult. Niels-Peter Birbaumer, im selben Jahr wie Waltraut Faehnrich geboren, nur drei Tage früher, Psychologe und Neurowissenschaftler, ist bekannt dafür, mit ungewöhnlichen, oft brillanten Ideen an seine Forschungsthemen heranzugehen. Birbaumer, klein, drahtig,

Immer wieder kam Birbaumer im Laufe der Jahre mit teils gewagten Theorien in die Schlagzeilen. So äußerte er die Überzeugung, man könne das Gehirn soziopathischer Verbrecher umprogrammieren und ihnen die Fähigkeit zu Empathie und Selbstkontrolle zurückgeben. Danach,

1999 gelang Birbaumer eine erste Sensation: Mit einer Haube, die ein Elektroenzephalogramm, ein EEG, aufzeichnet – also die elektrische Aktivität des Gehirns –, sowie einem Gerät, das Hirnströme in Bildschirmsignale umwandelt, konnte ein Locked-in-Patient Buchstaben denken, mit

Niels Birbaumer veröffentlichte seinen Durchbruch in Nature, der renommiertesten Wissenschaftszeitschrift der Welt, aber es ging nicht weiter: Birbaumers EEG-Methode funktionierte zwar bei Locked-in-Patienten, nicht aber bei solchen im Completely-Locked-in-Zustand. Starb etwa mit dem letzten Muskel, mit der letzten Möglichkeit, sich bemerkbar zu machen, auch das Denken ab? Ist der Mensch niemand mehr, wenn er von niemandem verstanden wird? Eine Theorie besagt, dass das menschliche Hirn in eine Art Dämmerzustand übergeht, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, Gedanken zu formulieren und Wünsche zu äußern.

Birbaumer wollte nicht akzeptieren, dass er nicht zu den Eingeschlossenen durchdringen konnte. Dass er nicht wusste, wie sie denken. Da musste doch noch etwas sein. Er machte sich auf die Suche, elf Jahre lang.

So kam

Der Professor

»Hamburg liegt

»Berlin ist

»Du sitzt

Solche Fragen

Joachim Faehnrich

»Hast du

»Magst du

»Ist Sturm der Liebe deine Lieblingsserie?«

Monatelang probierte

2014 veröffentlichte Birbaumer mit Mitarbeitern im Journal Neurology einen wissenschaftlichen Aufsatz über Waltraut Faehnrich und seinen Erfolg, ihren Verstand nach Jahren der Dunkelheit wieder ans Licht gebracht zu haben. Er veröffentlichte auch Videos von seinen Experimenten mit ihr, darin ist zu sehen, wie er mit Joachim Faehnrich vor Waltraut Faehnrich steht und scherzt. Birbaumer sagt in dem Film: »Das führen wir in Hollywood vor.«

Joachim Faehnrich

Für die

Für den

Zwei Jahre später, im Frühjahr 2017, erschien im US-Journal PLOS Biology ein weiterer Fachaufsatz von Birbaumers Team, der dem Professor einen neuen Spitznamen einbrachte: der Gedankenleser. In der Studie beschrieb Birbaumer das an Waltraut Faehnrich erprobte System auch noch anhand von drei weiteren Patienten. Die Publikation sollte beweisen: Die Methode hat Bestand, die Durchblutung im Gehirn sieht zwar bei jedem Erkrankten anders aus – mal ist in der grafischen Darstellung ein Ja eine spitze Kurve, mal sieht es aus wie eine Welle –, aber Birbaumer war sich sicher, daraus ablesen zu können, was im Kopf der Patienten vorgeht. Für Birbaumer, der Ruhm und Anerkennung gewohnt ist, wurde der Aufsatz über die neue Methode sein wohl größter Erfolg – zumindest was die Aufmerksamkeit angeht. Mehr als 80.000 Mal wurde das Papier auf der Webseite des Journals aufgerufen, zehnmal so häufig wie die meisten anderen Texte dort. Unzählige Presse-Artikel und Fernsehsendungen in aller Welt berichteten. Die britische Zeitung The Guardian schrieb von einem »bahnbrechenden System«. Über die Deutsche Presse-Agentur wurde eine Meldung verbreitet, die deutschlandweit in Zeitungen aufgegriffen wurde, die schrieben: »Kopfhaube kann Gedanken von vollständig Gelähmten lesen«.

Birbaumer äußerte

Der Professor,

Am 9.

Spüler hatte

Spüler ist

Er fragte

Er begann,

In den

Eine Woche

Mit dieser

Der brasilianische

Spüler beschloss

Martin Spüler

Spüler veröffentlichte seine Entgegnung auf bioRxiv.org, einem öffentlich zugänglichen Internet-Server für noch nicht begutachtete Manuskripte. Doch die Aufmerksamkeit blieb aus. Spüler schreibt etwas ungelenk, seine Kritik klang nicht sehr professionell. Außerdem ging es um komplexe statis­tische Fragen, um die Reihenfolge von Mittelwertbildungen, um Hyperparameter. Nur die Überschrift war forsch: Kein Hinweis auf Kommunikation mit CLIS-Patienten.

Unterdessen ließ sich Niels Birbaumer für seinen Erfolg feiern. Mehrmals führte er Journalisten im Familienkreis von Patienten vor, wie er mit komplett Gelähmten angeblich über Ja-Nein-Fragen kommunizierte. In der Zeit erschien eine mehrseitige Reportage unter dem Titel Kann er Gedanken lesen? Auch ein Reporter der Süddeutschen Zeitung begleitete Birbaumer zu einem Locked-in-Patienten.

Kein Journalist ging der Frage nach, warum ein solch aufsehenerregendes Papier in PLOS Biology veröffentlicht worden war, einem nicht-klinischen Journal, das sich ansonsten mit Darmbakterien und Schmetterlingsgenomen befasst. Zudem gilt PLOS Biology bei den Fachjournalen als untere Mittelklasse. Der Impact-Faktor, die gängige Maßzahl für die Bedeutung, liegt bei neun. Ein Spitzentitel wie Nature hat einen Impact-Faktor von 41. Wenn Birbaumers Erkenntnisse so richtungsweisend waren, so sensationell, warum hat er sie dann in der Fachwelt nicht auf die ganz große Bühne gestellt?

Unsere Nachfragen

Aber wie

»Ich habe verschiedene Testverfahren eingesetzt und konnte keine statistisch signifikanten Effekte in den Daten finden«, bestätigt ein namhafter Kollege Birbaumers auf Nachfrage. Auch die vom SZ-Magazin beauftragte Statistikerin Fränzi Korner-Nievergelt vom Schweizer Statistik-Unternehmen Oikostat sieht ein eindeutiges Indiz, dass Birbaumers Arbeit von 2017 »unter Pseudoreplikation leidet«. Weniger akademisch ausgedrückt heißt das: Die Auswertung ist praktisch wertlos.

»Die verfügbaren

Von solchen

Birbaumer hat

An einem

Deutsche Wissenschaftler

Also ist

Felix S.

Lena S. war in Kontakt mit vielen Selbsthilfegruppen und Experten. Helfen konnte ihr niemand so recht, ein derart rasanter Krankheitsverlauf ist selten. Ihre Schwägerin erzählte schließlich von dem Artikel in der Zeit über den Professor, der Gedanken lesen kann. Sie schickten Birbaumer ein Video von Felix S., fuhren nach Tübingen. Birbaumers Warteliste ist lang, viele Patienten lehnt er ab. Doch Felix S., das wusste er gleich, gerade erst im vollständigen Verschwinden, mit einem robusten Körper, war ein vielversprechender Patient. Seit einem Jahr kommt Birbaumer nach Ebersberg.

Als er

Birbaumer hat

Lena S.

In einer

Der Professor

Auch Martin Spüler kämpfte weiter, allein. Der Versuch, seine Entgegnung ebenfalls in PLOS Biology zu veröffent­lichen, schlug zunächst fehl. Einer der wissenschaftlichen Gutachter fand die Berechnungen von Spüler nicht überzeugend und äußerte die Sorge, die Sache könne ein schlechtes  Licht auf das gesamte Forschungsgebiet werfen. Man bitte um Verständnis. Doch dann geschieht etwas Seltsames: Birbaumers vielbeachteter Aufsatz in PLOS Biology, online zugänglich, bekommt ein Erratum. Der Name des Academic Editor, des fachlichen Paten der Publikation, wird ausgetauscht. Plötzlich ist es nicht mehr Nick Ramsey, eine Koryphäe und Vizepräsident der internationalen BCI Society, sondern ein US-Neurologe namens Karunesh Ganguly. Auf Anfragen antwortet Ganguly nicht. Die Nennung seines Namens sei ein Irrtum gewesen, erklärt Nick Ramsey dem SZ-Magazin, Birbaumers Papier habe er vor der Veröffent­lichung gar nicht gekannt. Ist er der Ansicht, dass die dort beschriebene Kommunikation mit CLIS-Patienten funktioniert? »Ich würde mein Geld nicht drauf wetten«, sagt Ramsey. Das sei »zu enthusiastisch« verkündet worden. »Ich denke, die Ergebnisse des Papers rechtfertigen nicht all die gemachten Behauptungen.« Die Methode sei nicht für den Einsatz an Patienten zu Hause geeignet.

Am 23. März 2018 schrieb Martin Spüler einen Brief an PLOS Biology, in dem er die Entscheidung anficht, seinen Aufsatz nicht zu veröffentlichen. Die Gutachter seien befangen, vermutlich bekannt mit Birbaumer, eine objektive Begutachtung seines Aufsatzes, der Birbaumers wichtiges Paper widerlegt, sei damit nicht möglich. Spüler schrieb: »Die Frage, ob Kommunikation im Completely-Locked-in-Zustand möglich ist, ist von großer Bedeutung für Patienten, Familien und Pfleger.«

Insgesamt bemühte sich Spüler 18 Monate, seine Entgegnung bei PLOS Biology zu veröffentlichen. Erst als ein dritter, von der PLOS-Redaktion wie üblich anonym gehaltener Gutachter ins Spiel kommt, der Spülers Kritik mit deutlichen Worten unterstützt, sieht das Journal sich gezwungen, Spülers Artikel zu akzeptieren, die Veröffentlichung wird für April 2019 angekündigt.

Als Birbaumer erfährt, dass Spülers Widerlegung veröffentlicht wird, weigert er sich weiter, sein Papier von 2017 zurückzuziehen. Das hätte die Geschichte vermutlich einigermaßen glimpflich beendet. Stattdessen schreibt Birbaumer lange Entgegnungen an PLOS Biology, die dem SZ-Magazin vorliegen. Ein Experte bezeichnet sie als »zutiefst verwirrend«.

Spüler beschließt, nun auch an seiner Universität offiziell Beschwerde einzureichen. Er schreibt der Ombudsfrau und bittet um einen Termin. Sie habe Spülers Argumente überzeugend gefunden, berichtet er. Sie verweist ihn direkt an den Dekan seiner Fakultät. Dekane zählen im Universitätsbetrieb zu den mächtigsten Figuren, sie entscheiden über das Weiterkommen junger Wissenschaftler, an ihrem Veto können Karrieren zerbrechen. An der Uni Tübingen kursiert der Vorwurf, wonach der Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, der mit Niels Birbaumer gut bekannt ist, also der oberste Vorgesetzte von Martin Spüler, Spüler unter Druck gesetzt habe. Er soll ihm zu verstehen gegeben haben, Spülers Karriere werde schnell vorbei sein, sollte er die Vorwürfe gegen Birbaumer weiter verfolgen. Auf eine SZ-Magazin-Anfrage an den Dekan meldet sich ein Universitätssprecher mit einem schriftlichen Statement, in dem er erklärt, dass die Universität diese Vorwürfe derzeit »disziplinarrechtlich prüfen« lasse, der Beschuldigte aber gegenüber der Universität »alle Vorwürfe einer unzulässigen Einflussnahme zurückweist«.

Seit einigen Wochen ist Spüler im Kontakt mit dem SZ-Magazin. Die Vorwürfe klangen zunächst ungeheuerlich. Zu oft melden sich enttäuschte Forscher, die sich von Vorgesetzten ungerecht behandelt fühlen.

Unsere Recherchen bringen jedoch zutage, dass die Sache hinter den Mauern des Wissenschaftsbetriebes bereits eskaliert: An der Universität Tübingen wurde ein förmliches Verfahren wegen des Verdachts des wissenschaftlichen Fehl­verhaltens gegen Birbaumer eingeleitet, wie die Universität bestätigt. Es ist der schlimmste Vorwurf, den es gegen einen Forscher geben kann. Birbaumer und sein Mitarbeiter Ujwal Chaudhary, Hauptautor der fraglichen PLOS Biology-Studie, wurden von einer Kommission in mehrstündigen Sitzungen befragt. Auch beim wichtigsten Geldgeber der deutschen Wissenschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, sind die Vorwürfe bekannt. Deren Sprecher bestätigt auf Anfrage, es werde geprüft, ob es ein Untersuchungsverfahren gegen Birbaumer geben soll.

Bemerkenswert ist, dass seit dem Erscheinen der PLOS Biology-Studie vor über zwei Jahren, die in Fachkreisen von Anfang an auf Zweifel stieß, niemand außer dem Informatiker Martin Spüler den Finger heben wollte. Aus der Universität Tübingen ist die Sorge zu hören, die erst 2012 gewonnene Auszeichnung als Exzellenz-Universität könnte ins Wanken geraten.

Das gesamte

Es gibt

Schmu? Kann man es so bezeichnen, wenn Angehörige von CLIS-Patienten glauben, es sei möglich, mit ihren Lieben zu kommunizieren? Und: War der »Schmu« um das berühmt gewordene Papier von 2017 der einzige? Es kam zumindest zu einem weiteren ungewöhnlichen Vorfall. Als ein Mitarbeiter Birbaumers, ein Doktorand aus Ecuador, auf Basis der 2014 in Neurology veröffent­lichten Studie über die erste Kommunikation mit Waltraut Faehnrich seine Dissertation einreichen wollte, lehnen Gutachter der Uni Tübingen die Promotion ab. Die Mängel waren gravierend. Für eine Sensation genug, für einen Doktortitel zu wenig?

Erst vor wenigen Tagen weist ein Wissenschaftler das SZ-Magazin zudem darauf hin, dass weitere Studien aus Birbaumers Arbeitsgruppen auffällige Mängel bei der Daten-Auswertung enthalten sollen.

Birbaumer sei

Vor einem

Niels Birbaumer,

Birbaumer kommt schnell selbst zum Punkt, bevor wir unsere Rechercheergebnisse ansprechen können: Sein Papier in PLOS Biology sei »massiv angegriffen« worden, doch er sei sich keiner Schuld bewusst. Seine Kritiker nennt er faul, »die sitzen den ganzen Tag am Rechner und glotzen in den Bildschirm rein«. Er habe vorgeschlagen, dass Spüler doch mal mitkommen solle zu einem Patienten. Aber Spüler habe nur auf seiner Statistik bestanden. Das Gespräch wird angespannter, als wir auf die konkreten Fehler eingehen, die Birbaumer vorgeworfen werden – die Zahlen, die seine Thesen nicht stützen, die fehlenden Daten. Es nennt es »Informatiker-Geplänkel«. Martin Spüler sei bei der Datenerhebung nicht dabei gewesen und könne deshalb nicht beurteilen, wie gut das System funktioniere. »Ob Herr Spüler sagt, das ist richtig oder nicht, das ist mir egal, weil ich weiß, was richtig und was falsch ist an diesen Daten, weil ich bei den meisten dabei war.« Auch die Kommission der Uni Tübingen interessiere ihn überhaupt nicht, sagt Birbaumer. Er wolle seinen Aufsatz nicht zurückziehen, ehe er eine Evidenz habe, »dass da was wirklich faul ist«. Was wäre denn ein Beweis, der ihn überzeugen würde? »Wenn der Chaudhary Daten manipuliert hätte. Das kann ja sein. Ich kann ihm ja nicht auf die Finger schauen.« Ujwal Chaudhary schreibt dem SZ-Magazin auf Anfrage, dass bei dem Paper keine Daten manipuliert worden seien und er daher keinen Anlass sehe, die Publikation zurückzuziehen.

Seinem Mitarbeiter

Am nächsten Tag schreibt Niels Birbaumer eine Mail an das SZ-Magazin, in der er suggeriert, Martin Spüler könnte von der »Konkurrenz«, von »Facebook« oder von »Versicherungen« bestochen worden sein. Auf Nachfrage sagt Spüler: »Da ist absolut gar nichts dran.«

Im März

Die Kappe

Möchtest du

Bislang hatte

Joachim Faehnrich will nicht daran denken. Es gibt für ihn kein Leben ohne Waltraut. Manchmal fühlt er sich ihr näher denn je. Durch diese Krankheit seien sie zu einer Person geworden, sagt er. Körper und Geist. Es ist, als hätten sie keine Geheimnisse mehr voreinander, seitdem seine Frau nicht mehr sprechen kann, sagt Joachim Faehnrich. Was soll er denn machen ohne sie? Nur noch auf dem Sofa liegen? Sturm der Liebe guckt er nicht ohne Waltraut.

»Ohne die

Den Professor

Was sagt

»Das ist

Die Hoffnung

Bloß: Er