»Die Deutsch­en haben ein negatives Verhält­nis zu sich selbst«

Wer sind wir, und wer wollen wir sein? Die Flüchtlingsdebatte hat das Selbstbild der Deutschen durcheinandergewirbelt. Ein Gespräch zwischen dem Germanisten Dieter Borchmeyer und dem Schriftsteller Zafer Şenocak, die jeweils Bücher über das Deutschsein geschrieben haben.

Zwei, die zur deutschen Identität viel zu sagen haben: der Schriftsteller Zafer Şenocak (links) und der Germanist Dieter Borchmeyer.

Foto: Daniel Delang

SZ-Magazin: Was geht in Ihnen vor, wenn Sie die deutsche Nationalhymne hören?
Zafer Şenocak: Gar nichts.

Und wenn Sie die türkische hören?
Şenocak: Auch nichts.
Dieter Borchmeyer: Ich liebe die deutsche Nationalhymne, ihre Vertonung von Haydn sehr und der Text bringt unsere Wertvorstellungen wunderschön zur Sprache. Die deutsche Hymne ist im Unterschied zu den meisten Nationalhymnen geradezu pazifistisch, und wenn ich sie höre, durchschauert es mich.
Şenocak: Eine Gänsehaut kriege ich nur bei der italienischen, aber das hat ausnahmslos mit der Musik zu tun.
Borchmeyer: Ich kann mit unserer Hymne wunderbar leben, während ich die französische, ganz zu schweigen von der amerikanischen, mit ihren Brutalitäten grauenhaft finde.

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