»Jeder fürchtet sich vor einem negativen Urteil der Freunde«

Die neue Beziehung läuft wunderbar, jetzt will man auch im Freundeskreis des Partners einen guten Eindruck hinterlassen. Tatsächlich sei dieses Zusammentreffen ein wichtiger erster Realitätscheck, sagt der Paartherapeut Eric Hegmann. Was sollte man also beherzigen?

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Herr Hegmann, warum sind wir oft so nervös, wenn wir die Freundinnen und Freunde des neuen Partners kennenlernen?
Weil die Bedeutung der Meinung der Freunde immens ist. Es gibt eine repräsentative Studie, die erhoben hat, wem die Deutschen bei der Partnerwahl vertrauen. Da liegen die Freunde mit 48 Prozent mit Abstand auf Platz eins. Geschwister kommen auf 35 Prozent, Eltern nur auf 31. Wir brauchen also die Bestätigung der Freunde. Mit dem Aufkommen des Online-Datings hat das noch zugenommen.

Inwiefern?
Unser Kennenlernverhalten hat sich geändert. Früher war der Freundeskreis der größte Kuppler, oft hat man seinen Partner über die Freunde kennengelernt. Das ist ja auch logisch, weil wir von Menschen, die mit unseren Freunden auf einer Wellenlänge liegen, automatisch annehmen, dass auch wir mit ihnen auf einer Wellenlänge liegen. Mittlerweile ist das Online-Dating aber der Kuppler Nummer eins, ein Drittel der Deutschen lernt so den Partner kennen. Während früher der neue Partner gar nicht mehr vorgestellt werden musste, weil er ohnehin aus dem Freundeskreis kam, müssen wir Online-Bekanntschaften nun nachträglich den Freunden präsentieren. Das ist eine Art Prüfungssituation.