»Schenken ist Liebe zum Anfassen«

Dem Partner an Weihnachten eine Freude zu machen, ist eine ganz schöne Herausforderung. Sieben Tipps, mit denen Sie trotzdem das richtige Geschenk finden.

Während Schenken kompliziert sein mag, weiß zum Gück jeder: Eine Umarmung ist eindeutig die schönste Art, Danke zu sagen.

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Vielleicht hilft es ja, bevor Sie in der Vorweihnachtszeit hastig zum nächstgelegenen Einkaufszentrum aufbrechen, um auf den letzten Drücker noch ein Paar Socken oder die eine Schachtel Pralinen zu kaufen, das große Ganze zu sehen. Im Akt des Schenkens nämlich, davon sind einige Soziologinnen und Soziologen überzeugt, liegt die Voraussetzung für eine friedliche Zivilisation. Auf den Akt der Gabe folgt eine Gegengabe, und dieses Hin und Her ergibt ein umfassendes zwischenmenschliches Geflecht, das das Grundgerüst unserer Gesellschaft bildet. Schenken ist

Aber geschenkt: Es gibt einige Tipps, mit denen man besser schenken kann.

Es kann natürlich erst einmal unangenehm sein, wenn man dem Partner oder der Partnerin sagt, dass man mit diesem oder jenem Geschenk unzufrieden ist. Längerfristig führt es aber eben auch dazu, dass man keine Socken mehr bekommt und selbst auch weiß, dass der Partner gar keine Pralinen mag. Die elegante Lösung: den Fokus auf die Dinge legen, die gut angekommen sind. »Man kann

Auch konkrete Wünsche zu äußern oder danach zu fragen, mag etwas Spannung rausnehmen – aber auch Spannungen. »Oft gehen wir davon aus, wenn der Partner einen liebt, weiß er sowieso, was man sich wünscht. Das muss aber nicht der Fall sein«, sagt Mitterweger. (Siehe auch Tipp 5.)

Die gute Nachricht: Das Paar Socken

Was dem Gegenüber gefallen könnte, findet

Gute Geschenkideen liegen in gewisser Weise auf der Straße. Man muss nur lernen, einen Sinn dafür zu entwickeln. Also: »Aufmerksam sein und gut hinhören«, rät Linda Mitterweger. »Wann äußert der andere einen konkreten Wunsch? Spricht er von einer geplanten Anschaffung, für die die Zeit aber noch nicht gekommen sei? Ein Beispiel: Wenn Sie an einem Schaufenster vorbeigehen und Ihr Partner sagt, ›dieser Schal gefällt mir‹, sollten Sie sich das merken.«

Solche Hinweise müssen nicht einmal am Schaufenster ausgesprochen werden, man findet sie auch zwischen den Zeilen des Alltags. »Achten Sie mal darauf, wenn der andere einen freien Tag hat, womit er oder sie ihn verbringt. Da lassen sich viele Hinweise finden, worüber sich der andere freut«, sagt Mitterweger.

Wer beginnt, sich so etwas zu notieren, wird feststellen, wie viele richtig guten Ideen da zusammenkommen. Den Schal, die Marke, das Geschäft kann man kurz als Notiz ins Handy tippen, ebenso den Nebensatz, Fallschirmspringen sei bestimmt spannend, oder dass der andere irgendwann gern eine Espressomaschine hätte. Wenn dann Weihnachten oder der Geburtstag ansteht, freut man sich, gut vorbereitet zu sein. Hinzu kommt: Allein das Aufmerksamsein, das Mitdenken wird der Partner schon als Geschenk empfinden.

Klingt unromantisch, hilft aber sehr dabei,

Wichtig sei aber, dass man sich an die Leitlinien dann auch halte. »Falls verabredet ist, dass man sich gar nichts schenkt oder nur einen gewissen Betrag ausgibt, setzt man den anderen unter Druck, wenn man sich dann selbst darüber hinwegsetzt.«

Was sich in der Kindheit bewährt hat, muss im Erwachsenenalter nicht schlecht sein. Das gilt für die Zurück-in-die-Zukunft-Filme genauso wie für den guten alten Wunschzettel. Ein Wunschzettel könne ein Kompromiss sein, durch den konkrete Wünsche kommuniziert würden, ein gewisser Überraschungseffekt aber erhalten bleibe, sagt Mitterweger. »Denn welche der Wünsche erfüllt werden, weiß man ja erst, wenn es so weit ist.«

Zweifeln Sie, ob ein Geschenk für den Partner passend ist, holen Sie sich Hilfe. »Man kann andere enge Bezugspersonen um eine Einschätzung bitten, wie sie das Geschenk für den Partner sehen«, sagt Linda Mitterweger. »Mehrere Meinungen machen das Geschenk nicht unbedingt besser, aber sie können vor Fehlgriffen schützen.« Wichtig allerdings: Das Geschenk sollte nicht zu persönlich oder sogar intim sein, damit nicht schon das Um-Rat-Fragen einen Vertrauensbruch bedeutet.

In einer Folge der Simpsons schenkt Homer seiner Frau Marge eine Bowlingkugel, obwohl sie gar nicht bowlen geht. Vielmehr ist Bowling sein eigenes Hobby, konsequenterweise ist auch sein Name auf der Kugel eingraviert.

Ein Klassiker, meint Mitterweger. »Was oft schiefläuft, ist, dass Menschen das schenken, was ihnen selbst gefällt. Und nicht, was dem Partner gefallen würde. Das kennt man von früher, wenn der Vater dem Sohn eine Rennbahn schenkt, mit der er dann selbst die ganze Zeit spielt.«

Oft verwechselt man also die eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit denen des Gegenübers. Das abzustellen, ist gar nicht so einfach – wer hat nicht schon einmal ein Buch verschenkt, das man selbst so toll fand, aber ohne darüber nachzudenken, ob und warum es dem Gegenüber gefallen könnte?

Ebenfalls vergiftet sind Geschenke, die die Erwartung einer Gegenleistung implizieren. »Man sollte nicht das Gefühl haben, in der Schuld des Partners zu stehen«, sagt Mitterweger. Noch unpassender seien Geschenke, die eine Botschaft enthalten. Mitterweger formuliert es höflich: »Wenn mein Partner zugenommen hat, und ich schenke ihm ein Buch übers Abnehmen oder einen Gutschein für ein Online-Fitnessprogramm, dann wird das eher keine positiven Gefühle wecken.«

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