SZ-Magazin: Herr Kronthaler, Sie sind in Alpbach aufgewachsen, einem postkartenschönen Ort in den Kitzbüheler Alpen in Tirol. Ihr Vater war ein gefragter Kunstschmied, der in seiner Werkstatt ein Dutzend Mitarbeiter beschäftigte, Ihre Mutter handelte mit Antiquitäten. Welches Gefühlserbe haben die beiden in Ihnen hinterlassen?
Andreas Kronthaler: Wenn ich in einer Schaufensterscheibe mein Spiegelbild sehe, merke ich, dass ich mich wie mein Vater bewege und auch mehr und mehr aussehe wie er. Die gute Gesundheit habe ich auch von ihm. Nur mein Sinn für Humor ist nicht so extrem ausgeprägt wie bei ihm. Er gab mir den Satz mit: »Wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du es auch.« Vom Wesen her bin ich mehr meine Mutter. Sie war sehr aufgeräumt, äußerst genau und irrsinnig freundlich. Als ich klein war, hat sie mir nicht nur erklärt, dass man stets Danke und Bitte sagt, sondern auch warum: Begegne Menschen freundlich, denn so kommt diese Freundlichkeit früher oder später zu dir selber zurück. An diese Philosophie versuche ich mich täglich zu erinnern.
»Vivienne war die Galionsfigur, ich das Rumpelstilzchen«
Mehr als 30 Jahre lang waren Andreas Kronthaler und Vivienne Westwood ein Paar, beruflich wie privat. Hier spricht er über den Tod seiner Frau, die unterschiedlichen Phasen der Trauer – und seine Hoffnung, eine neue Liebe zu finden.

Vom Schattenmann zum Showrunner: Kronthaler mit Plateauschuhen bei den Foto-Aufnahmen in einer Mailänder U-Bahn-Station.
Foto: Fotos: Francesco Nazardo/January Productions; Styling: Sabina Schreder