Modeschule

    Was ist eigentlich das Besondere an Swarovski-Steinchen? Sie sind zum Synonym für »es darf teuer sein« geworden. So, als rechtfertige das bloße Vorhandensein einiger funkelnder Kristalle aus dieser österreichischen Manufaktur automatisch jeden Preis. Glitzern und Blinken ist längst nicht nur Hip-Hoppern vorbehalten. Nein, egal ob Marie Antoinette oder Madonna, die Modesüchtigen fanden es schon immer schwierig, ein wenig Glanz zu widerstehen. Ihre Gier nach Verschwendung, Glamour und Verzierung scheint unstillbar, sogar wenn sie sich damit zu Sklaven eines Trends machen. Doch nach hemmungsloser Prunksucht ist momentan eher die dezente Art gefragt – und die Designer haben bewiesen, dass ihnen die Zurückhaltung ganz gut tut. Nehmen Sie zum Beispiel einen Schuh des neuen britischen Labels Rickard Shah: Da haben sich nur wenige Glitzersteinchen in hauchzarten Tüll gekuschelt. Oder ein Abendkleid des Amerikaners Peter Som: Wie verirrte Schneeflocken tanzen vereinzelte Kristalle um den Saum herum. Die Firma Swarovski wird trotzdem nicht um ihre Existenz fürchten müssen, die Funkeldinger ziehen jeden Modejünger genauso magisch an wie das Licht die Motten.Laird Borrelli ist Modekritikerin bei Style.com und Autorin mehrerer Bücher über Mode. Links: Geschliffene Kristalle von Swarovski.

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