Kulturschock


Wenn jemand etwas Hässliches über Flüchtlinge oder Minderheiten sagte, blieb unsere Autorin meistens stumm. Doch nach Brexit, Trump und AfD findet sie: Man darf diesen Streitgesprächen im Alltag nicht ausweichen. Seitdem erlebt sie harte Konfrontationen mit anderen - und sich selbst.

Muss man nur ein paar Knoten im Kopf lösen, um andere davon zu überzeugen, dass sie im Unrecht sind? Oder ist die Sache mit dem Rechthaben schon viel komplizierter als gedacht?

Illustration: Tim Lahan

Ja, zugegeben, die Einsicht kam spät. Pegida demonstrierte längst deutschlandweit, die AfD saß im Landtag, der Brexit war beschlossen. All das war schon Realität. Aber erst Donald Trump hat mich aufgerüttelt. Erst in den Tagen nach der US-Wahl erreichte mich die Dringlichkeit.

Meine amerikanischen Freunde und Bekannten warfen sich vor, mit Leuten, die anders wählen als sie, schon ewig nicht mehr den Austausch gesucht zu haben. Es ging ihnen nicht um die vertane Chance, sie umzustimmen oder am Wahltag in den

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