Testfahrt mit 670 PS 

Fährt eine Frau Ferrari... das klingt wie der Anfang eines blöden Witzes. Dabei ist die Sache total ernst. Unsere Autorin ist Probe gefahren und hat bei 250 km/h nachgedacht – über die Macht, die auf der Straße liegt. 

Illustration: Annu Kilpeläinen

Der Halter des Ferraris hatte mich mit einigen Hinweisen ausgestattet, die sich im Grunde so zusammenfassen lassen: Das Auto ist wie eine Frau. Der Halter benutzte die Bezeichnung Freundin, in Ferrari-Chats ist eher »Geliebte« üblich. So oder so bedeutet es übersetzt: Das Auto ist anspruchsvoll, wild, wird für seine Unangepasstheit verehrt, muss aber vom Fahrer domestiziert werden.

Das ist meist ein Mann. Die Frauen-Quote unter den Ferrarifahrern ist sehr gering. Geringer noch als in den Führungsgremien börsennotierter Unternehmen. 93 Prozent der Ferrarihalter sind männlich. Frauen fahren dieses Auto nicht, deswegen gibt es auch keine Sprache für die Handhabung eines Ferraris durch eine Frau. Frauen fahren stattdessen Peugeot, Fiat und Citroën, das sagt die Statistik. Kleinwagen müssen nicht gezähmt werden.

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