Das Beste aus meinem Leben

Abends hatten wir Besuch gehabt. Paola hatte ein Thai-Curry gemacht. Dafür hatte sie im asiatischen Lebensmittelladen an der Ecke eingekauft. Und weil sie schon mal da war, hatte sie auch vier Glückskekse mitgebracht, Sie wissen schon, die großen hohlen Kekse mit kleinen Sinnsprüchen darin.Bloß hatten wir dann am Abend die Kekse vergessen, sie waren liegen geblieben, und am nächsten Tag fand sie der Luis. Paola erlaubte ihm, drei Kekse zu öffnen und nachzusehen, was drin war. Einer aber müsse bleiben, sagte sie, das sei der Glückskeks vom Papa und der müsse ihn selbst öffnen.Der Papa, das bin ja nun mal ich. Und ich kam abends heim. Kaum hatte ich mich hingesetzt, legte der Luis den letzten Glückskeks vor mich hin und sagte, das sei meiner und ich solle ihn öffnen.»Du kannst ihn haben«, sagte ich.Luis nahm den Keks, öffnete ihn und zog einen schmalen weißen Zettel heraus, auf dem etwa stand: »Vergiss nie: Wenn jemand etwas dir zuliebe getan hat, dann musst du auch etwas für ihn tun.«»Siehst du, Luis, so ist das«, sagte ich. »Ich habe schon sehr oft etwas dir zuliebe getan und dieser Zettel verpflichtet dich jetzt, auch mal etwas mir zuliebe zu tun. Mal sehen, was ich mir von dir jetzt…«Ich konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, so schnell schob Luis den Zettel zu mir herüber und sagte: »Es war ja dein Keks, Papa, ich habe ihn nur für dich geöffnet.«War wohl doch eher ein Pechkeks für mich, was?

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