Papa, gibt es auch gesundes Naschen?

Wie alle Eltern versucht unser Autor, seine Kinder einigermaßen in Schach zu halten, wenn es um Süßigkeiten geht. Und wie bei allen Familien führt das mitunter zu endlosen Diskussionen. Jetzt hat ihn seine zehnjährige Tochter gefragt, ob es nicht auch gesunde Sachen zum Naschen gibt.

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Tja, gute Frage, liebe Josefine. Gesund naschen, wie soll das gehen? Ich esse ja genauso gern Süßigkeiten wie du, Schokolade, saure Pommes, Kekse und Chips und Muffins, oje. Wenn ich mir jeden Abend eine Tafel Schokolade reinhaue, lebe ich ungesund. Wenn ich dir ohne Bremse die Gummibärchentüte überlasse, wirst du zum Zuckermonster.

Aber weißt du, was ich mich gefragt habe: Warum naschen wir überhaupt so gern? Ich habe mal mit Jola Jaromin-Bowe geredet. Die ist Ernährungswissenschaftlerin und betreut unter anderem

Das Problem dabei ist: Wir stumpfen ab. Das kennst du auch, Josefine. Je mehr Süßes wir dir erlauben, desto schneller kommst du uns mit »Kann ich noch mehr?«

Tja, es tut mir echt leid, aber die erste große Regel ist tatsächlich: Wir müssen die richtige Dosierung finden. Für dich und für mich. Nur ein paar Bonbons

Es gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), die kümmern sich um gesundes Essen. Und die nennen so etwas wie Gummibärchen »geduldete

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt übrigens vor allem beim Zucker dringend Grenzen, nicht nur für Kinder wie dich, auch für Eltern wie mich:

Okay, Josefine, wir passen beim Zucker auf. Ist damit alles geregelt? Leider nein, dann kommen die Fette. Manche davon, die sogenannten essenziellen

Oder wir holen uns von vornherein ganz anderen Knabberkram. Da gibt es zum Beispiel den Münchner Christian Schmitt, der hat sich die »Kürbiskerle« ausgedacht: schokoladenüberzogene Kürbiskerne ohne Zusatzstoffe. Er hat mir erzählt: »Da ist schon auch ein bisschen Zucker drin, das will ich nicht verheimlichen. Aber die Kürbiskerle enthalten keine versteckten Inhaltsstoffe – und vor allem keine raffinierten Anteile, darauf achten wir genau.« Der Mann hat nur zwei Mitarbeiter, aber mit denen produziert er inzwischen an die 100.000 Packungen im Jahr. Da gibt es Sorten wie die »Scharfe Zilli« (dunkle Schokolade und Chili), »Fleur Mon Coeur« (dunkle Schokolade und Fleur de Sel) und, sein Nummer-1-Hit, »Every Omis Darling« (Vanille und Zimt). Und das Beste ist – Kürbiskerne zählen zu den sogenannten Super Foods: hoher Eisen-Anteil, reichlich Magnesium, viel Protein. Gut nicht nur für dich und mich, sondern auch für Sportler (also eher was für die Mama).

Und weil da gerade der Begriff Super Foods auftauchte, gleich noch ein Name: Ich bin auf Frank Matthiesen gestoßen, der hat sich mit seinem Versandhandel kraftvoll-superfoods.de auf besondere Früchte und Naschmischungen spezialisiert, die ein rundum gutes Gefühl machen. Alles bio, alles aus deutschem Anbau, alles plastikfrei. Ich habe ihn gefragt, wie er darauf kam, er sagt: »Ich hatte mich umgeschaut und irgendwann gemerkt, Gojibeeren müssen ja gar nicht aus China sein, die werden auch in Baden-Württemberg angebaut. Und Quinoa gibt es auch aus Bayern!« Zum Teil bietet er Mischungen mit Zucker an, aber richtig gesund wird es beim Beeren-Nuss-Mix »Glücksfutter« oder dem Haselnuss-Beeren-Mix »Glückliche Auszeit«. Matthiesen hat mit seinem Kraftvoll-Projekt gerade erst angefangen, er klebt bis jetzt jedes Etikett einzeln auf die Tüten, das musst du dir mal vorstellen (die Tüten sind übrigens nicht aus Plastik, sondern aus Holz-Cellulose), und beim Verpacken hilft ihm eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Tja, Josefine, und jetzt sagst du, Nüsse und Beeren okay, aber etwas süßer hättest du es schon gern. Wie wär’s mit Trockenobst?

Und was ist mit den Sachen, die im Laden als gesund angepriesen werden, ohne dass wir das so richtig verstehen? Da ist

Dann lieber noch ein paar gute Alternativen, die ich für uns gefunden habe:

Damit, liebe Josefine, liegen wir ziemlich richtig,