»Auf den Herrjott hast du nie was kommen lassen«

Der Sänger Wolfgang Niedecken wurde von einem Pater sexuell missbraucht. Sein Vater, streng katholisch, ließ den Mann mit einer Versetzung davonkommen. Hat das Vater und Sohn entzweit? Ein Brief über das Unverständnis.

Der Sänger der Band BAP Wolfgang Niedecken.

Foto: dpa

Lieber Papa,

wir tun jetzt mal so, als würde dich dieser Brief tatsächlich irgendwo erreichen. Du warst jedenfalls immer fest davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Dein Kinderglauben war unerschütterlich, meiner hat im katholischen Internat dermaßen gelitten, dass ich nach deinem Tod so ziemlich als Erstes aus der katholischen Kirche ausgetreten bin. Vorher hätte ich das nicht übers Herz gebracht. Ich wollte all den Enttäuschungen, die ich dir bereitet hatte, keine weitere hinzufügen.

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