»Dein Schämen galt nie uns«

Der Vater des Schriftstellers war ein katholischer Priester, der sein Amt für Frau und Kinder niederlegte. Ein Brief über das Leben in Sünde.

Der Schriftsteller Thomas Raab.

Foto: laif

Liebster Vater, Papa

Seit Wochen schon versuche ich, Dir zu schreiben, sitze Tag für Tag vor diesem leeren Blatt Papier, starre auf die einzige bisher verfasste Zeile: »Liebster Vater, Papa«, lese sie laut, immer wieder, als könnte ich mir selbst diktieren. Nur, es ist sinnlos. Zu groß die Aufgabe, die Überforderung.

Kürzlich kamen Deine beiden Enkeltöchter in mein Arbeitszimmer, neugierig, hörten mich reden. »Mit wem sprichst du, Papi?« Auf meinem Schoß nahmen sie Platz, verwundert: »Warum schreibst du dir selber?«

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