»Du hast mir das Meer gezeigt, obwohl du selbst nicht schwimmen konntest«

Die Schriftstellerin Jagoda Marinić schreibt in ihrem Brief an die Mutter über starke Frauen, eine Auseinandersetzung mit Kindergärtnerinnen und wie sie die Unterschrift des Vaters fälschte, um auf das Gymnasium zu kommen.

Foto: Dorothee Piroelle

Majko,

du liebtest es, wenn ich Majko zu dir sagte, so wie du schon zu deiner Mutter. Wenn ich dich beim Vornamen rief, verdunkelte sich dein Gesicht. Das sei nichts für eine Tochter. Du, die sonst alles Weibliche für Schwäche hielt, die sich gerne »so stark wie ein Mann« gab, liebtest es, mit dem weichsten aller Mutterwörter gerufen zu werden. Als Mutter durftest du sanft sein, als Frau sahst du dich schwach. Heute, mit deinem Leben im Hinterkopf, verstehe ich

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