Aus den Augen

Als Jugendliche spielen sie zusammen Basketball. Dann erleidet Mićo mehrere Schlaganfälle und wird schwerstbehindert. Nach Jahren besuchen seine Freunde ihn zum ersten Mal, gehen mit ihm wieder auf den Platz – die Geschichte einer schweren, schönen Reise

Elf Freunde müsst ihr sein. Hintere Reihe, von links: Ivan, Patrick, Sascha, Ante, Nenad, Milan, Goran. Vordere Reihe: Flo (mit Sonnenbrille), Bajo, Mićo, Hrvoje.

Mićo atmet nicht mehr. Er kneift die Augen zusammen, verzieht das Gesicht, als habe er Schmerzen, legt den Kopf in den Nacken und bläht die Backen auf. Sein Körper ist steif, noch steifer als ohnehin schon. »Mićo, atme«, sagt seine ältere Schwester Pejka laut, aber nicht aufgeregt. Dann macht sie ein langes »Schschsch«. Sie steht vor ihm, legt ihre Hand auf seine Brust und schaut ihm in die Augen. »Alles gut, Mićo. Komm, atme. Die Jungs kommen doch gleich.«

Schließlich reißt Mićo den Mund auf und holt laut und tief Luft wie jemand, der zu lange unter Wasser war. Ein paar Atemzüge geht das so, dann ist es vorbei. Pejka kennt das. Micó macht das häufig. Warum, weiß sie nicht. Niemand weiß das. Es ist eines der vielen Fragezeichen in Mićos Leben, die anderen Menschen Angst davor machen, Zeit mit ihm zu verbringen. Sie wissen nicht, wie sie mit ihm umgehen und kommunizieren sollen, weil er nicht mehr sprechen

Mićo ist 43 Jahre alt, hatte mit 23 seinen ersten Schlaganfall, mit 32 den zweiten und vor vier Jahren den dritten, der so schwer war, dass er seitdem schwerstbehindert ist. Sprechen, selbständig essen, laufen: Das alles geht nicht mehr. Pflegegrad 5 von 5. Auf den ersten Blick kann er nichts mehr. Vor allem nichts mehr geben. Er hält seinem Gegenüber höchstens einen Spiegel vor, wie das Leben aussehen kann, wenn man ganz viel Pech hat. Besuch ist selten. Außer seiner

Ein Jahr lang pendelte sie jedes zweite Wochenende von München nach Stuttgart, wo Micó in einem Pflegeheim lag. Dann holte sie ihn nach München. Pejka, die, weil ihre Eltern nicht mehr leben, Mićos gesetzliche Betreuerin ist, weiß, dass er dadurch noch weiter weg von seinen Freunden ist. Aber so kann wenigstens sie sich besser um ihn kümmern.

Mićos linke Körperhälfte ist vollständig gelähmt, die rechte nur teilweise. Das Bein zum Beispiel kann er bewegen, den Arm und die Hand eigentlich

In guten Momenten kommuniziert Mićo: Daumen hoch heißt Ja, Daumen runter Nein. In guten Momenten merkt man, dass er auf seine Art sehr

Milan: »Wir haben oft drüber geredet, ihn zu besuchen. Ich habe immer gesagt, das ist nicht so mein Ding, da hinzugehen. Meine Oma

Patrick: »Bei mir ging es familiär nicht. Man nimmt es sich vor, dann vergisst man es wieder, dann nimmt man es sich wieder

Goran: »Ich hatte immer Schiss, alleine hinzugehen. Das sag ich ganz ehrlich. Weil ich nicht wusste, wie ich mich in der Situation verhalten

Ante: »Als Erstes wird da ein Schock sein. Dann werden die Leute auftauen. Du kannst ja nichts ändern. Das ist das Schlimme. Du

Sascha: »Allen, die Mićo gekannt haben, tut es brutal weh, ihn so zu sehen. Und dann noch diese Machtlosigkeit. Ich bin ein Riesenfeigling,

Nenad: »Es ist bestimmt sehr schwer für einen Kerl, festzustellen, dass deine Kräfte schwinden. Du bist nicht mehr Herr der Lage.«

Flo: »Hoffentlich

Es ist

Werden sie Mićo

Dass Jugendfreundschaften,

Der Funke,

Später hatten

Die Freunde

Es war

Es ist

Schließlich kommen

Pejka ist

»Jungs, ihr

Ante übernimmt:

Milan legt

Als sie

Alle drei

Goran, Ivan

Nenad, der

»Erkennst du

Nenad setzt

Fünf Minuten

Durch die

Ivan: »Ich

Goran: »Der

Flo: »Mićos

Patrick: »Ich

Bajo: »In

»Okay!«, ruft

Drinnen erklärt

Wofür andere

Auf dem

Die anderen

»Haben wir

»Hey, ihr

»Alter, ich

»Was? Wollen

»Wir brauchen

»Hey, das

»Kein Blut,

»Bajo, mach

Mićo sitzt

Als ginge

Ein paar

Mićo und

Nur Mićo

Im Herbst

Die Frage

»Hunger«, sagt

Im Restaurant,

Und dann

An einem

Eine Stunde

Keiner der

Ivan: »Angst,

Nenad: »Es

Ante: »Wenn

Hrvoje: »Der

Flo: »Pejka

Am Abend,