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SZ-Magazin: Herr Blaser, in den sozialen Medien raten derzeit allerlei Fachleute dazu, Grenzen zu setzen. Es heißt, dass man sich von besitzergreifenden Freundinnen oder toxischen Chefs abgrenzen soll oder dass Mütter auf ihre Grenze achten müssen, um nicht zwischen Haushalt und Job zerrieben zu werden. Aber was genau meinen wir, wenn wir von einer Grenze sprechen?Klaus Blaser: Eine gut funktionierende Ich-Grenze schützt unseren psychischen Innenraum. So nenne ich die Innenwelt eines Menschen. In diesem Innenraum bewahren wir unsere Lebenserfahrungen, Bilder und Gefühle auf, aber auch Aufgaben, Ansichten und Verantwortungen. Man kann sich diese psychische Innenwelt wie einen inneren Garten vorstellen. Die Ich-Grenze ist dann ein Gartenzaun mit einem Tor, das man öffnen und schließen kann. Dieser Zaun schützt nicht nur, er hat auch eine Filterfunktion. Die Grenze legt also fest, was draußen bleibt und was hereinkommen darf.
