»Medizin ist ein öffentliches Gut, jeder muss sich das ­leisten können«

Falls es eines Tages einen Impfstoff gegen ­Covid-19 geben sollte – wie kann man sicherstellen, dass dieser bezahlbar ist und weltweit zur Verfügung steht? Ein US-Aktivistenpaar hat die Antworten – und enthüllt dabei, was in der Pharma-Industrie derzeit alles falsch läuft.

Jamie Love (links) und Manon Ress haben zwei gemeinsame Kinder und je eines aus früheren Ehen. Sie betreiben zusammen die Organisation Knowledge Ecology International, die sich für gerechtere Regeln bei geistigem Eigentum einsetzt – besonders in der Pharmabranche.

SZ-Magazin Was bedeutet Covid-19 für Sie persönlich?
Manon Ress: Als klar war, dass Alte und Immungeschwächte besonders gefährdet sind, hielt ich kurz inne: Jamie ist siebzig und hat Asthma. Ich habe Krebs. Also sagte ich zu ihm: »Schauen wir mal, wer von uns beiden zuerst stirbt.« Ich glaube, er mag diese Art von Witzen nicht.

Machen Sie sich keine Sorgen?
Ress: Ich lebe seit zehn Jahren mit dem Wissen, dass ich jeden Moment tot sein könnte. Jetzt stellen sich plötzlich alle die gleichen Fragen wie ich: Wie können wir noch über die Zukunft nachdenken, oder auch nur über die nächste Woche? Für unsere Kinder klingt es jetzt ganz anders, wenn ich ihnen sage: Ein Tag nach dem anderen. Macht nur, was ihr liebt!