»Bläuliche Verfärbungen der Lippen sind ein richtiges Alarmsignal«

Für kleine Kinder kann die Atemwegserkrankung RSV richtig gefährlich werden. Hier erklärt ein Experte wie man Babys effektiv schützt, warum Kinderkliniken im Januar stets überlastet sind und eine schwere Infektion mitunter Folgen fürs ganze Leben hat.

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SZ-Magazin: Herr Hübner, Herbst und Winter sind die Hochphasen der Erkältungsviren. Kaum eines von ihnen ist für kleine Kinder so gefährlich wie das Respiratorische Synzytial-Virus, bekannt unter der Abkürzung RSV. Sie behandeln Kinder, die aufgrund von schweren Verläufen in die Klinik müssen. Wie wirkt RSV?
Johannes Hübner: RSV ist eine Atemwegserkrankung.  Viele erleben die Krankheit als normalen Infekt mit Husten, Fieber und laufender Nase. Gesunden Erwachsenen macht das keine Probleme, für kleine Kinder kann es aber richtig gefährlich werden.

Wie häufig ist RSV, und warum sind Kinder gefährdet?
Das Virus ist weit verbreitet, in den ersten zwei Lebensjahren kommt wahrscheinlich jedes Kind damit in Kontakt. Für kleine Kinder kann es sehr gefährlich werden, weil sie sich zum ersten Mal damit infizieren. RSV ist die Hauptursache für stationäre Aufnahmen von Kindern in den Wintermonaten in Europa.