»Man ernährt sich nicht gesund, wenn man weglässt, was man mag«

Kalorienzählen, Low-Fat, Proteinhype: Die Tipps der Diät-Industrie ändern sich seit Jahrzehnten. Was davon wirkt? Was ist Quatsch? Die Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann räumt zu Beginn der Fastenzeit mit vielen Mythen auf – und erklärt, wie man sich heute gesund ernährt.

Richtig Lust auf Burger? Dann besser nicht verzichten, sagt die Expertin.

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SZ-Magazin: Frau Ehrlichmann, wir wollen mit Ihnen auf die Tipps der Diät-Industrie im Wandel der Zeit schauen. Dabei ist besonders die Brigitte-Diät interessant, Deutschlands bekanntestes Ernährungsprogramm. 1996 heißt es darin: »Achten Sie nicht auf Kalorien, sondern aufs Fett!« Wie wurde Fett zum bösen Dickmacher?
Maike Ehrlichmann: Als man in den Neunzigerjahren merkte: Das Kalorienzählen und Kalorienreduzieren tut den Menschen nicht gut. Sie bekommen es nicht hin, ohne dass ihnen etwas fehlt, ohne dass sie ständig hungrig sind. Deshalb hat man überlegt: Welcher Nährstoff hat die höchste Energiedichte und damit den größten Effekt, wenn wir ihn aus dem Ernährungsplan herausnehmen? Und das war das Fett.