Was anderes fühlen als Trott und Corona

Die Schwimmbäder haben geschlossen. Wer das Unterwasser-Gefühl vermisst, muss also in den kalten Fluss – oder in Erinnerungen baden. 

Foto: Maurizio Di Iorio

In Pandemiezeiten in einen Swimmingpool zu springen, ist etwa so unwahrscheinlich, wie einen gut gemixten Cocktail serviert zu bekommen. Beidem an ein und demselben Ort zu begegnen, erscheint geradezu unerreichbar – weit außerhalb von 15 Kilometern und all den tapfer gepflegten Träumen. Bleibt nur, von diesem hellen, glitzernden Unterwasserblau zu träumen und auf die derzeit noch legale bayerische Variante (Stand: Ende Januar) aus­zuweichen: eiskalt dampfende Isar und frisches Schneeweiß unter den nackten Füßen. Dazu eine wärmende Thermoskanne in der Badetasche.

Nach acht Stunden Homeoffice um 16.22 Uhr, nach drei Kaffee und einer halben Tafel Schokolade, nach 240 Minuten zuhören und reden vor einem Bildschirm, nach dem Leben in einem Bewegungsradius von sieben Metern und einer Wohnungstemperatur von 25 Grad kommt es mir plötzlich zwingend vor, in die Isar zu steigen. Raus mal hier, irgendwo mal rein, wo alles anders ist. Was anderes fühlen als Trott und Trott und Corona.

Vielleicht ist es eine logische Pandemieidee, dieses Eis­baden, weil es

Und wenn man ab dem Moment, in dem es einem

Die Gedanken gehen ins Warme, und weit zurück. Erinnerung ans erste Tauchen im Sommerurlaub 1988, das jahrelange Schwimmtraining montagabends, todmüde die Rückfahrt mit Papa im Auto, immer Ohrenbär gehört, immer eingepennt auf acht Kilometern Fahrt, ungern Turnier geschwommen, das Schwimmen beschützt vor dem Druck, es so immer lieb behalten, unter Wasser Kraft geschöpft, Ruhe für Entscheidungen gefunden, Abstand von der Bitterkeit, den eigenen Körper dort immer gemocht, mich oft vom Wasser retten lassen.

Schön und gut! Genug geträumt. Wer sich mit Eisbaden auskennt,

Aber zurück zu Hause sitzt man dann mit dem beruhigendem