Symbol für ein neues Leben im Freien

Eine Thermosflasche hat mit dem, was man bislang unter Lifestyle verstand, wenig zu tun. In Corona-Zeiten erfährt sie aber eine völlig neue und wichtige Bedeutung. 

Man kann sich an der Thermosflasche festhalten, wenn einen wieder einmal das Corona-Nebelgefühl überwältigt,

Foto: Maurizio Di Iorio

Wenn ich an die nächsten Monate mit Corona denke, sehe ich eine riesige Nebelwand vor mir. Es ist ein Gefühl wie beim Fliegen, wenn man im Sinkflug in die Wolkendecke taucht und weder den Himmel noch den Boden sieht. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich vor Kontrollverlust fürchten, aber ich hasse diese Minuten, wenn alles um einen herum düster und verhangen ist und man durch diese graue Masse rast, ohne zu wissen, wo man ist und wie lange

Manchmal ist es auch ein Berg aus Angst, der sich da auftürmt. Inzwischen weiß man ja, wie schlimm die Pandemie ist und was es bedeutet, wenn die Infektionszahlen steigen, der Alltag heruntergefahren wird und Leute um ihre Existenz bangen müssen. Dass die neue Corona-Welle mit dem Herbst zusammenfällt, macht es auch nicht besser. Im Frühjahr, als der Alltag zum ersten Mal stillstand, blühte wenigstens die Natur auf und erinnerte einen daran, dass das Leben immer irgendwie weitergeht. Jetzt welkt und

Allerdings habe ich mir für die nächsten Monate auch vorgenommen, etwas gegen dieses Nebelgefühl zu tun. Ich klinge jetzt möglicherweise wie eine Hotline für Lebens­beratung, aber es ist doch so, dass man am besten durch Krisen kommt, wenn man ihnen gute Momente abgewinnt. Die Momente, die man normalerweise um diese Zeit in Bars oder Restaurants erleben würde, auf vollen Partys oder Wochenendreisen, muss man jetzt eben woanders suchen. Draußen in der Kälte, um genau zu sein. Ich habe unlängst den

An dieser Stelle hat die Thermosflasche ihren großen Auftritt. Ja, dieses Behältnis, das man mit warm gehaltenem Bürokaffee verbindet oder Leuten, die im ICE ihre Brotzeit auspacken. Die Thermosflasche ist nicht gerade ein Trendprodukt, doch jetzt könnte sie zum Symbol für ein neues Leben im Freien werden. Denn sie enthält den Kaffee für ein Familien­picknick am See oder die Suppe, die man mittags mit einer Kollegin auf der Parkbank schlürft. Man kann sie demnächst mit Glühwein füllen und sich an

Zum Massenartikel wurde die Thermosflasche Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA, als Begleiterscheinung ­einer schneller und mobiler werdenden Gesellschaft. Aber ursprünglich ist die Flasche ein Berliner Patent. Erfunden von einem Glastechniker namens Reinhold Burger, der ein doppelwandiges Gefäß bauen wollte, um darin eiskalte, ­verflüssigte Luft aufzubewahren, und beim Herumbasteln merkte, dass sich damit auch Getränke heiß halten lassen. Die Erfindung passt zu Berlin, einer Stadt, die im Laufe ihrer Geschichte sehr oft im Ausnahmezustand war und wie kaum eine