»Vielen kommt gar nicht der Gedanke, dass wir eine Beziehung führen könnten«

Weil Max Glasknochen hat und im Rollstuhl sitzt, erregt seine Beziehung zu Cristina viel Aufmerksamkeit. Also entschieden die beiden, die Öffentlichkeit sogar zu suchen und sich als Paar auf Instagram zu präsentieren – mit großem Erfolg.

Max (26) und Cristina (24) nennen ihren Social-Media-Account auch »Aufklärungsarbeit«: Indem sie sich als Paar sichtbar machen, um Vorurteile aus der Welt zu schaffen.

Foto: privat

Max:
Ich schätze an Cristina, wie offen und hilfsbereit sie allen gegenüber ist und wie sehr sie sich für mehr Inklusion einsetzt. Dieses Engagement teilen wir. Ich wurde da hineingeboren, ich habe Osteogenesis imperfecta, also Glasknochen. Also weiß ich: Wenn man nicht für seine Rechte einsteht, hat man sowieso verloren.

Cristina und ich haben uns 2018 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta (Glasknochen) Betroffene e. V. kennengelernt. Ich bin im Vorstand und habe die Tagung organisiert, Cristina war zum ersten Mal als Helferin dabei. Meine erste Frage an sie war, ob der Name auf ihrem Schild jetzt endlich richtig geschrieben sei – es gab im Vorfeld Probleme, ihr spanischer Name wurde falsch übermittelt.

Wir haben uns zuerst nur als Freunde kennengelernt, weil Cristina noch in einer Beziehung war und fünf Stunden von mir entfernt wohnte. Dass mehr daraus wurde, habe ich erst mit der

Wir sind in vielen Punkten total unterschiedlich, dass ich im Rollstuhl sitze ist nur einer davon. Ich möchte Schützenkönig werden und schieße gerne im Verein, Cristina hat erst vor Kurzem zum

Momentan wohnen wir zusammen bei meinen Eltern in Stade. Wir führen deswegen noch nicht wirklich unser eigenes Leben als Paar, mit Aufgaben wie dem Haushalt, die andere unter sich aufteilen. Aber

Wir haben uns ziemlich früh in unserer Beziehung entschieden, dass wir Ausschnitte aus unserer Beziehung auf Social Media teilen wollen. Unter »brittlebonesking«, Englisch für »Glasknochen« und »König«, sind wir auf Instagram,

Cristina:
Als ich mich über andere inklusive Paare informieren wollte, habe ich auf YouTube einige aus den USA entdeckt, die von ihrem Alltag erzählen. Ich habe mich gefragt: Warum gibt es die nicht auch in Deutschland? Wir haben zwar viele alleinstehende Inklusionsaktivisten, aber ein Paar hatte ich noch nie gesehen. Darüber haben Max und ich geredet und irgendwann meinte er morgens vor dem Spiegel zu mir: »Hey, wollen wir nicht mit Instagram anfangen? Mal sehen wohin es führt.«

Ich glaube, mir fällt es leichter, persönliche Dinge aus unserem Leben zu teilen, weil wir es nicht machen, um berühmt zu werden. Sondern wir wollen Menschen aufklären und sensibilisieren. Deswegen ist

Wenn ich mir die Menschen, die sich mittlerweile für unsere Inhalte interessieren, alle in einem großen Raum vorstelle, ist das schon eine komische Vorstellung. Es ist auch schon passiert, dass uns

Aber in den Kommentaren unter unseren Bildern und Videos merke ich, wie wichtig dieses Sichtbarmachen ist. Eine der häufigsten Fragen ist, ob wir Geschwister sind – weil so vielen gar nicht

Blöde Sprüche hören wir auch in unserem Alltag manchmal. Sowas wie: »Oh, toll dass du mit Max zusammen bist.« Als wäre das etwas ganz Besonderes und ich würde ihm damit nur

Manchmal ist es mir wichtig, bei sowas zu kontern. Ich erkläre dann, wieso das, was sie da sagen, Menschen mit Behinderung ausschließt und diskriminiert. Weil solche Menschen so in ihrer Bubble