»Du willst jetzt wirklich darüber reden?« – »Darüber will ich reden«

Die Schauspielerin Senta Berger und ihr Sohn, der Regisseur Simon Verhoeven, über ihre manchmal komplizierte Zusammenarbeit, ihren einzigen Streit am Set – und die große Lücke in ihrer Familie.

Fotos: Julian Bauman 

Es ist kalt an diesem Winternachmittag im Fürstensalon im »Bayerischen Hof«, München. Senta Berger und Simon Verhoeven bestellen Earl-Grey-Tee, »der ist gut hier«, da sind sie sich sehr einig. In anderen Dingen werden sie sich weniger einig sein in diesem Mutter-Sohn-Gespräch. In jenen Momenten der liebevollen Differenz nimmt Simon Verhoeven oft die Hand seiner Mutter oder streicht ihr versöhnlich über den Unterarm. Sie sind nicht nur Mutter und Sohn, sondern auch Regisseur und Schauspielerin, da sind die Rollen anders verteilt als in der Familie. Im Film Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (ab 29. Januar im Kino) spielt Senta Berger unter der Regie ihres Sohnes eine exzentrische Schauspielerin, deren Enkel zu ihr und ihrem Mann zieht, weil er auf die Schauspielschule möchte. Es ist Joachim Meyerhoffs Geschichte, der sich in seinem gleichnamigen Buch an die Zeit bei seinen Großeltern erinnert, deren Beziehung sehr speziell und innig war – eine Parallele zu Senta Bergers Ehe mit Michael Verhoeven. Der Ehemann und Großvater stirbt, und wie sehr er fehlt, ist ein großes Thema des Films. Es ist auch ein großes Thema in der Familie Berger-Verhoeven. Michael Verhoeven starb am 22. April 2024, nicht lange vor den Dreharbeiten. Senta Berger und er waren mehr als 60 Jahre lang ein Paar.