Das Wunder in der Wurmtonne

Man kann auch ohne Garten einen kleinen Kompost­haufen pflegen. Die Sache ist bloß ein wenig ge­wöhnungsbedürftig. Denn der Kompost steht mitsamt Würmern in der ­Wohnung.

Dass sich Abfall im Haushalt mit der Zeit in etwas Neues verwandelt, ist üblicherweise nicht sehr willkommen – beim Wurmkompost schon.

Meine neuen Mitbewohner kamen mit der Post, sechs Tage vor Weihnachten. Ich machte mir Sorgen, dass sie den Transport nicht überlebt hatten. Es war kalt geworden in den Nächten zuvor, und ich wusste, dass sie Frost nicht gut verkraften.

Ich öffnete das Paket und grub meine Hand in eine Tüte voller Erde. Sie fühlte sich trocken an und rieselte durch meine Finger. Ich grub tiefer und stieß auf ein Knäuel. Das Knäuel zuckte. Da waren sie, dunkelrot, geringelt und etwas glitschig. Zu viele, als dass ich sie hätte zählen können, Hunderte. Ich spürte Erleichterung. Den Kompostwürmern der Gattung Eisenia foetida ging es gut.

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