Zeugen aus Stein

Seit Jahrtausenden umkämpft, vom IS verwüstet, von russischen Truppen kontrolliert: Kaum ein Ort im Nahen Osten ist so symbolträchtig wie die antike Stadt Palmyra. Ein Reporter und ein Fotograf sind für das SZ-Magazin nach Syrien gereist. Eine Kriegsreportage, erzählt als Graphic Novel.

Wie eine Seuche fielen sie mit ihren schwarzen Fahnen ein und fuhren mit ihren Pick-ups zwischen den Ruinen umher. Sie sprengten Tempel, -Bögen, Säulen und richteten Unschuldige hin. Die Fanatiker des IS wollten eine Botschaft senden: Wir werden der Präsenz des Imperiums in dieser Gegend ein Ende setzen. Für sie war Palmyra ein Symbol der Unterdrückung durch Rom und damit durch den Westen; für den Rest der Welt war die Stadt ein Denkmal. In Palmyra trafen der Osten und der

Unser Gefühl sagt uns, dass wir dort vielleicht Antworten finden und verstehen können, wie man die Dinge sieht, wenn man Europa verlässt und die andere Seite betritt. In Syrien tobt seit 2011 ein immer komplexerer Krieg. Mindestens 400 000 Menschen sind umgekommen, man zählt
mehr als elf Millionen Flüchtlinge und Vertriebene. Die westliche Presse bekommt nicht leicht Zugang. Aber wir haben ein Schlupfloch gefunden. Ich verlasse das syrische Konsulat in Madrid und rufe sofort meinen Kollegen an, den Fotografen Carlos: »Wir haben das Visum!«

Hinweis: Wenn Sie die Graphic Novel auf dem Smartphone lesen möchten, drehen Sie das Gerät am besten ins Querformat.