Tagebuch: 20. März 1945

Und immer wieder Frühling: 100 Jahre Zeitgeschichte in privaten Notizen.

    20. März 1945
    (Brigitte B., *1912) Die Kinder beide auf, aber sehr schwach und verweint. Große Razzia nach Frauen zum Schippen nach Köselich, mit Autos abgefahren. Ich habe Glück. Russen und Polen räubern wieder. Zum 3. Mal umsonst zum Bäcker. Nachmittags wieder scharfe Razzia. Abend plötzlich 9 Russen zum Essen, 1 Lastauto und 2 Panzer fahren auf unsern Hof. 1 Geräteauto fährt mit riesigem Krach die Wand an, an der Puz schläft. Gespenstische Panzerspuren im Mondschein. Wir wagen uns lange nicht zu Bett. Als Russen gegessen haben und Zimmer durchsuchen, stelle ich mich schlafend, werde trotzdem abgeküßt und beinahe vergewaltigt. Puzmann Schenin rettet mich.

    Artikel teilen: