»Der Himmel ist poetischer als alles andere«

Marica Branchesi ist ein Star in der Astronomie. Mit neuem Werkzeug ergründet sie uralte Rätsel: Wie entsteht Gold? Woher kommen wir? Was ist da wirklich, in den Weiten des Alls? Ein Gespräch unter Sternen.

Die Astrophysikerin promovierte in Bologna. Ihr Fachgebiet ist die Erforschung von Gravitationswellen, Schwarzen ­Löchern und ­Galaxienhaufen. Eine Weile arbeitete sie in den USA. Sie ist vielfach preisgekrönt und international tätig durch ihre Mitarbeit am Astronomie-Projekt LIGO/Virgo.

Foto: Markus Burke

Ob sie nicht mal gemeinsam in den Himmel schauen und etwas über die Sterne erzählen wolle? Gern, sagte Marica Branchesi: Wie wäre es auf der Dachterrasse im Institut? Das sei wunderschön. »Bringen Sie aber was Warmes zum Anziehen mit.« Die Abruzzen, unten liegt L’Aquila. Schneeweiße Berge, der Himmel klar und funkelnd. Fast romantisch – würde da unten nicht einevierspurige Schnellstraße vorbeilaufen. Die hatte Branchesi ganz vergessen.

Branchesi ist 42 Jahre alt, dunkle Haare, sanfte Augen, ein bisschen blass. Ihr Leben ist anstrengend geworden, seit das US-Magazin Time sie in seine Liste der 100 wichtigsten Menschen der Erde aufnahm. Die Sternenforscherin ist selbst zu einem Star aufgestiegen. Sie hat sichtbar gemacht, was zuvor nur Albert Einstein vor seinem inneren Auge sah: wie Gravitationswellen entstehen. Als die Detektoren die Wellen empfingen, lenkte sie die weltweite Zusammenarbeit. 70 Teleskope richteten sich aus und fanden die Quelle: die Kollision zweier Neutronensterne.

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