Die Gralshüter

Ein Ehepaar zieht in ein Wohnhaus des ­Bauhaus-Gründers Walter Gropius in Jena – und hört seitdem gar nicht mehr damit auf, es zu ­restaurieren. Über ein Gebäude als Lebensaufgabe und die Frage, ob man solches Glück nicht teilen muss.

Martin Fischer und Barbara Happe mit ihrer Hündin im Treppenhaus.

Walter Gropius © VG Bild-Kunst, Bonn 2022; Alfred Arndt © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Bis heute ist es fremd, anders. Denn wenn man durch das Westviertel in Jena zum Haus Auerbach läuft, sieht man lauter Türmchen, Satteldächer und verzierte Balkone, und vor allem sieht man Gelb, Orange, Rosa. Die Villen hier oben tragen Farbe, und wenn es nur das Braun der unsanierten Jahrzehnte ist. Das Haus Auerbach tut das nicht. Kalkweiß ragt der schlichte Bau über die grüne Hecke. Sein Dach ist provozierend flach, von Zierde keine Spur. Zumindest nicht auf den ersten Blick.