»Wir sollten Kinder nicht als Ersatz für die eigene Einsamkeit benutzen«

Wie überlebt die Liebe im stressigen Familienalltag? Die Psychologin Patricia Lannen und der Kinderarzt Oskar Jenni sind ein Patchworkpaar mit sechs Kindern. Entscheidend ist die Zeit zu zweit, sagen sie – gerade für belastete Eltern.

Eine Familie zu sein, ist wild und aufregend – aber erdrückt manchmal auch die Liebe der zwei Menschen, die zuerst da waren.

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SZ-Magazin: Frau Lannen, Herr Jenni, wieso ist es so schwer, das Paar zu bleiben, das man war, sobald Kinder dazukommen?
Patricia Lannen: Der Alltag ist so voll mit den Kindern, man beschäftigt sich sehr viel mehr als vorher mit Alltagsthemen, mit Planung und Koordinierung. Wer macht Abendessen, und wer holt die Kinder ab? Und dann kann es passieren, dass man weniger Raum und Zeit füreinander findet. Die Kommunikation wird schlechter mit dem Ergebnis, dass man sich auch weniger wertschätzend austauscht, sich weniger lobt.