Warum man zwischen 45 und 55 so schnell altert 

Der Mensch altert in Schüben, vor allem in der Lebensmitte. Liegt das am Stress oder einem noch unbekannten genetischen Schalter? Forscher Ron Jachimowicz über das Geheimnis uralter Grönlandwale, die Junghalte-Tricks seiner Frau und die Frage, warum Menschen, die jung aussehen, oft alt werden.

Foto: Matthieu Croizier / Connected Archives

SZ-Magazin: Herr Jachimowicz, wie alt würden Sie mich schätzen?
Ron Jachimowicz: Sie sehen ziemlich jung aus. Biologisch, also wie Sie aussehen und wirken, würde ich Sie auf Mitte 20 schätzen. Aber ich vermute, dass Sie chronologisch, also in Kalenderjahren, eher Mitte 30 sind.

Nicht schlecht: Ich bin 39. Angeblich haben Menschen, die jünger aussehen, als sie sind, eine höhere Lebenserwartung. Darf ich mir Hoffnungen machen?
Das Aussehen ist tatsächlich ein guter Hinweis auf den Lebensstil. Deshalb schaue ich mir meine Patienten immer genau an und schätze ihr Alter, bevor ich auf das Geburtsdatum schaue. Wenn man zum Beispiel nicht raucht, sich ausgewogen ernährt und genug Schlaf bekommt, stehen die Chancen auf viele gesunde Lebensjahre besser. Dass es eine Korrelation zwischen dem Aussehen und der Lebenserwartung gibt, zeigen auch Zwillingsstudien. Eine Arbeit aus Dänemark etwa hat bestätigt, dass jünger aussehende Zwillinge länger lebten. Es gibt keine Garantie, aber ja: Berechtigte Hoffnung dürfen Sie sich machen.