Der Geschmack ist Nebensache

Freiheit ist ein großes Wort. Wenn man beim Trinken eines Cuba Libre – der dieses Wort ja im Namen trägt – anfängt, darüber nachzudenken, kann einem schwindelig werden, gerade in Zeiten der Pandemie.

Foto: Maurizio Di Iorio

Der Legende nach erhielt der Cuba Libre seinen sehnsuchtsvollen Namen im Jahr 1900 in der »American Bar« in Havanna, weil ein gewisser Captain Russell des U.S. Army Signal Corps einen Geistesblitz hatte, doch vielleicht ist dieses ganze Gerede von Freiheit, das mit der Legende einhergeht, auch nur ein billiges Marketingversprechen von Coca-Cola.

Kluge Leute trinken Cuba Libre, wenn der Spaß anfängt, wenn die Hütte zu brennen beginnt oder endlich brennen soll, weil Rum und Koffein, vom Schnellzug Zucker in die

Ich trinke Cuba Libre meistens, wenn der Spaß schon vorbei ist, wenn ich nicht mehr weiß, was ich noch trinken soll, mir genau genommen maximal noch nach einer

Freiheit. Freiheit ist ein dehnbarer Begriff. Es gibt die Freiheit wovon, die Freiheit wozu, und natürlich die besonders von Männern gern genommene Leck-mich-am-Arsch-Hauptsache-ICH-Freiheit. Außerdem das leicht abgewan­delte und

Das finde ich gerade jetzt, im Jahr 2020, interessant.

Wir leben in einer Pandemie, die allermeisten von uns in patriarchalen Strukturen, viele auch in repressiven Systemen. Das macht

Darf ein Kind die Freiheit haben, in die Schule zu gehen, während der FC Bayern vor leeren Rängen spielen

Quälende Fragen nachts um halb drei. Da hilft es vielleicht, sich stattdessen mit einer ausgesprochen schlichten Sache zu beschäftigen:

Mir schmeckt Cuba Libre am besten, wenn er aus drei Jahre altem Havanna Club, Afri-Cola und einer ausgepressten Limette