»Bei queeren Menschen heißt es immer: ›Ne sorry, ich bin nicht schwul‹«

Tobias würde gerne mal wieder jemanden kennenlernen, findet Online-Dating aber zu anstrengend und fürchtet blöde Reaktionen bei der Partnersuche im Supermarkt. Hier erzählt er, warum queere Orte in der Pandemie so fehlen – und was er über die Liebe gelernt hat.

Tobias, 22, wohnt seit vergangenem Sommer in einer neuen Stadt. Und fühlt sich durch Corona schon manchmal alleine.

Foto: privat

Ich bin im Juli fürs Studium von Dingolfing-Landau nach Regensburg gezogen, trotz Online-Semester. Ich studiere Regenerative Energien. Ich habe mir allein eine Wohnung gesucht, weil ich mit WGs keine Erfahrungen habe und ich eigentlich eher meine Ruhe brauche. Mittlerweile denke ich aber manchmal, ob eine WG nicht doch besser gewesen wäre, weil man da nicht so allein ist.

Am Anfang ging das alles ganz gut, da konnte man noch essen gehen oder sich an die Donau setzen und einen schönen

Vor dem Studium hatte ich eine Beziehung, aber die habe ich abgebrochen, weil mir das zu viel wurde: so viele neue Eindrücke,

Wie gern ich momentan wieder eine Beziehung hätte, kommt ein bisschen auf den Tag an. Aber eigentlich wünsche ich mir schon eine.

Ich verstehe, wenn die Regeln wie im Frühjahr Ausnahmen für Beziehungen erlauben und nicht für Singles, die daten. Die treffen ja immer

Im Sommer, als die Situation ein bisschen ruhiger war, habe ich Online-Dating betrieben und auch ein paar Treffen gehabt. Jetzt habe ich

Ich war auch nie der Online-Dating-Typ, weil mir da so viel fehlt: die Gestik, die Mimik, die Stimmlage. Man muss in das

Der Grund, warum ich Online-Dating überhaupt probiert habe: Es ist für queere Menschen generell schwierig, jemanden im Alltag kennenzulernen. Ich finde es

Meinen ersten Partner habe ich übers Online-Dating kennengelernt, da war ich 16. Es war ultra schwierig, in Niederbayern eine queere Gruppe zu

Seit meiner ersten Beziehung habe ich eine On-Off-Beziehung mit dem Online-Dating. Wenn ich Dating-Plattformen nutze, dann GayRomeo. Aber das ist ein zweischneidiges

Was mir gerade außerdem fehlt, sind safe spaces wie queere Clubs und Bars. Zum Daten, aber auch, weil man sich da freier entfalten kann. Man ist ausnahmsweise einmal in der Mehrheit und wird nicht blöd angeguckt. In Regensburg gibt es zum Beispiel das Scala, das veranstaltet einmal im Monat den „SaturGay“ – bei dem aber das komplette queere Spektrum willkommen ist. Da bin ich gerne hingegangen, aber jetzt hat der Club natürlich zu. In Landshut leite ich außerdem die queere Jugendgruppe, die es seit anderthalb Jahren gibt. Die fällt auch flach, weil die Leute kaum Lust auf Online-Meetings haben. Im Sommer haben wir Picknicks veranstaltet, da kamen zwanzig Personen, natürlich mit Abstand. Zu Zoom-Treffen kommen vielleicht fünf, und sie bleiben auch nicht so lange. Es fehlt mir, die Jugendlichen zu unterstützen und für sie einen geschützten Raum zu schaffen. Und natürlich ist so eine Gruppe auch fürs Dating ein wichtiger Anlaufpunkt für junge Menschen: Queere Bars und Clubs sind nämlich meistens erst ab 18.

Meine Freunde und Familie stehen hinter mir, da muss ich keinen Schutz suchen. Aber anderen Personen geht es anders. Wenn sich jetzt

Während Corona habe ich gemerkt, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und immer andere Leute braucht. Jetzt kann ich auch besser

Wollen Sie auch Ihre Liebesgeschichte erzählen? Kontaktieren Sie uns unter allesliebe@sz-magazin.de