In eigener Sache

Auch das SZ-Magazin hat im Jahr 2015 zwei manipulierte Interviews von Claas Relotius veröffentlicht, der umfangreiche Fälschungen im Spiegel eingestanden hat.

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    der Spiegel hat am 19. Dezember 2018 öffentlich gemacht, dass sein Reporter Claas Relotius in Dutzenden Reportagen und Interviews Fakten verfälscht oder erfunden hat. Auch in anderen deutschen Medien, darunter dem SZ-Magazin,
    hat Relotius manipulierte Beiträge veröffentlicht. Im SZ-Magazin sind zwei Interviews von ihm erschienen, beide im Jahr 2015.

    Zum einen ein Gespräch mit dem New Yorker Herrenschneider Martin Greenfield, das am 15. Mai 2015 veröffentlicht wurde. Zum anderen ein Gespräch mit den Woodstock-Veteranen Barbara und Nicholas Ercoline, das am 11. September 2015 veröffentlicht wurde. Beide Interviews weisen Fehler auf und verstoßen gegen journalistische Standards.

    Im Falle des Gesprächs mit dem mittlerweile 90-jährigen Martin Greenfield spricht dessen Sohn Tod Greenfield von »zahlreichen Beschönigungen und Fehlern«. Relotius gibt zu, in dem Interview Passagen »manipuliert« und mit Zitaten aus Greenfields Autobiografie »verdichtet« zu haben. Im Falle des Interviews mit Barbara und Nicholas Ercoline erklären die Interviewten, dass sie sich in der Veröffentlichung massiv missverstanden fühlen. Relotius gibt auch hier zu, dass das Gespräch »Unsauberkeiten« enthalte.

    Die Chefredaktion des SZ-Magazins entschuldigt sich bei den Betroffenen: der Familie Greenfield und bei Barbara und Nicholas Ercoline. Wir entschuldigen uns auch bei unseren Leserinnen und Lesern: Obgleich jeder Beitrag im SZ-Magazin durch zahlreiche Hände geht und vielfach geprüft wird, haben wir uns von Claas Relotius gleich zweimal täuschen lassen.

    Beide Interviews haben wir von unserer Website sz-magazin.de entfernt. Wir werden die Fälle weiter sorgfältig untersuchen und alles dafür tun, solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern.

    Die Chefredaktion des »SZ-Magazins« 
    am 20. Dezember 2018

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