Die Innenstadt Neapels teilt sich in zwei Welten: Oberschicht und Unterschicht. Letztere wohnt in der Altstadt, hat keinen Job und verbringt die Tage sonnenbebrillt an Häuserecken lehnend. Erstere shoppt im Viertel Chiaia Utensilien, deren Fälschungen in der Altstadt beschämend günstig zu erstehen sind. Abgesehen davon, ähneln sich beide Gegenden: Ungestümes Leben zwischen den Fassaden einer verblichenen Grandezza. Besinnung stiftet ein Besuch im Caffé Gambrinus, dem unzweifelhaft schönsten in ganz Neapel. Ein paar Meter weiter, im Hotel Excelsior, muss man auf der Terrasse im siebten Stock einen Martini trinken. Das kostet zwar fast so viel wie das Flugticket von Air Dolomiti, die Aussicht auf den Golf von Neapel ist es aber wert. (4) Caffé Gambrinus, Via Chiaia, 1–2. Tel. 0039/081/41 75 82, www.caffegambrinus.com.
(5) Hotel Excelsior, Via Partenope 48. Tel. 764 97 29, www.excelsior.it.
(6) Ristorante Umberto, Via Alabardieri 30, Tel. 41 85 55, www.umberto.it.
(1) In der Altstadt schläft man gut und günstig in einem Bed without Breakfast: In ihrem Palazzo aus der Renaissance vermietet die französische Galeristin Nathalie Heidsieck de Saint Phalle nachts die Galerieräume. Keine Sorge: gute Betten, absolut sauber, acht Meter hohe Räume.
Bed without Breakfast del Purgatorio, Via San Biagio di Librai, 39. Tel. 0039/081/29 95 79, DZ ca. 100 Euro.
(2) Das mondäne Grand Hotel Vesuvio sieht seit seiner Renovierung ein wenig aus wie Ute Ohoven: viel pastell, viel Lifting. Hier legt sich gern die Prominenz hin und genießt den schönsten Blick auf den Hafen. Via Partenope, 45, Tel. 764 00 44, www.vesuvio.it. DZ ab 300 Euro.
(3) Zwei Läden, die Sie nicht ignorieren sollten: L’ImperatriceSilvestri Serpone bedient die weniger weltliche Seite italienischen Begehrens: Hier gibt es religiöse Devotionalien. Das Angebot ist von einem Ausmaß, dass die Reliquienläden in Andechs dagegen so leer gefegt anmuten wie ein Supermarkt in Albanien.
L’ Imperatrice, Santa Brigida 68A, Tel. 552 39 18; Silvestri Serpone, Via Duomo 208, Tel. 553 47 72. verkauft das, worauf Italiener im Allgemeinen sehr abfahren: Uniformen, Epauletten, Kapitäns-mützen, Abzeichen.

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