Nach Art des Hauses

In der Modewelt wird nicht gegessen? Von wegen! Wir haben vier berühmte Designerfamilien nach ihren Traditionsrezepten gefragt. Von Armani bis Zegna, von Apfelstrudel bis Risotto.

    BOMBA DI MACCHERONI
    Familie Ferragamo

    »Dieses Gericht haben wir früher oft zu Hause gegessen. Wenn ich es jetzt für andere zubereite, mache ich mir immer einen Spaß daraus, meine Gäste raten zu lassen, was sich wohl unter den Auberginen verbirgt. Es gibt nur wenige, die dann wirklich darauf kommen. Aber ihre Vermutungen haben mir schon interessante Ideen geliefert, die ich irgendwann einmal ausprobieren werde.« (Giovanna Gentile Ferragamo)

    Für 4 Personen

    Zutaten
    5 große Auberginen
    200 g Rinderhack
    1 Ei
    Pflanzenöl zum Braten
    600 g reife Tomaten
    1 Zwiebel
    4 EL Olivenöl
    400 g Maccheroncini
    70 g Parmesan
    1 Mozzarella
    Salz
    Pfeffer
    gezupftes Basilikum

    Zubereitung
    Auberginen in Scheiben schneiden, salzen und in einem großen Sieb auslegen, damit das Wasser abtropfen kann. Inzwischen Hackfleisch mit Ei mischen, salzen, pfeffern, aus der Mischung kleine Bällchen formen. In heißem Pflanzenöl braten, dann auf Backpapier auslegen, erkalten lassen. Tomaten mit einem Messer einritzen, kurz in kochendes Wasser legen. Mit kaltem Wasser abschrecken, Haut abziehen,

    Tomaten durch ein Sieb drücken. Zwiebel klein würfeln, in eine Pfanne mit dem Olivenöl geben, andünsten. Tomatenpüree zugeben, mit Salz, Pfeffer und Basilikum würzen, alles bei schwacher Hitze eine halbe Stunde köcheln lassen. Zum Schluss die Hackfleischbällchen zugeben. Maccheroncini in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen, abtropfen lassen, dann mit der Tomaten-Hackfleisch-Sauce mischen. Auberginen trocken tupfen und nacheinander in heißem Pflanzenöl anbraten. Scheiben mit einem Pfannenwender aus der Pfanne nehmen und auf Küchenrolle ablegen, damit überschüssiges Fett aufgesaugt wird. Eine Auflaufform mit den gebratenen Auberginenscheiben vollständig auslegen, sodass sie auch über den Rand hängen. Nudel-Mischung mit dem geriebenen Parmesan vermengen, Masse abwechselnd mit dem in Scheiben geschnittenen Mozzarella auf die Auberginen schichten.

    Überlappende Auberginenscheiben nach innen schlagen und damit den Auflauf bedecken. 20 Minuten bei 180  Grad im Backofen backen. Auflauf auf eine Servierplatte stürzen,  heiß oder kalt servieren.

    Giovanna Gentile Ferragamo (5. v. re.) ist Vizepräsidentin des Familienunternehmens, das von ihrem Vater, dem Schuhdesigner Salvatore Ferragamo, gegründet wurde.

    Familie Zegna

    RISOTTO PRIMAVERA
    Familie Zegna

    »Bei uns ging es immer mehr ums Essen als ums Kochen. Noch heute gibt es eher einfache Gerichte wie dieses Risotto, das sogar mein Mann hinbekommt. Dafür legen wir umso mehr Wert auf die richtigen Zutaten. Ich baue viel selbst in meinem Garten hinter der Küche an, Tomaten, Salat, Kräuter - das hat gleich ein ganz anderes Aroma. Deshalb verwenden wir auch für unsere Parfums Pflanzen, die wir auf unseren eigenen Feldern in Kalabrien anbauen.« (Anna Zegna)

    Für 6 bis 8 Personen

    Zutaten

    1 Karotte
    250 g Spargel
    1 Zucchini
    1 mittelgroßer Kürbis (Crookneck)
    4 EL Olivenöl
    4 ½ Tassen Hühnerbrühe
    1 große Zwiebel
    1 ¾ Tassen Risottoreis
    ¾ Tasse Weißwein
    8 Baby-Karotten, geputzt
    1 ¾ Tassen frisch geriebener Parmesan
    1 Tasse Tiefkühlerbsen, aufgetaut
    ¼ Tasse Butter, gestückelt
    ½ Tasse dünn geschnittenes Basilikum
    Salz
    Pfeffer
    ¼ Tasse Pinienkerne

    Zubereitung

    Karotte schälen, klein würfeln. Spargel schälen, Zucchini und Kürbis entkernen, alles in ca. 2,5 cm große Stücke schneiden. 1 EL Öl in großer Pfanne erhitzen, Spargel, Zucchini, Kürbis zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Bei mittlerer Hitze braten, bis das Gemüse weich wird, zur Seite stellen. Hühnerbrühe in großem Topf erhitzen, dann warm halten. 3 EL Öl in großem Topf erwärmen, fein gehackte Zwiebel und Karottenwürfel zugeben. Braten, bis die Zwiebel weich wird. Reis zugeben, rühren, bis er an den Seiten glasig wird. Wein zugießen, unter Rühren köcheln, bis er fast verkocht ist. Eine Tasse Brühe und geschälte Baby-Karotten zugeben. Rühren, bis die Brühe verkocht ist. Zwei Tassen Brühe zufügen, die zweite aber erst, nachdem die erste verkocht ist. Häufig umrühren. Das angebratene Gemüse mit einer weiteren Tasse Brühe hinzufügen, rühren. Sobald sie verkocht ist, 1 ¼ Tassen Parmesan, Erbsen, Butterstücke und ½ Tasse Brühe zufügen. Köcheln, bis die Butter geschmolzen ist, Reis und Gemüse weich sind und das Risotto cremig ist. Basilikum zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen. Risotto in eine große Schüssel füllen, mit gerösteten Pinienkernen und restlichem Parmesan bestreuen.

    Die dritte Generation der Zegnas: Anna Zegna (2. v. re.), Enkelin des Firmengründers Ermenegildo Zegna, ist für das weltweite Erscheinungsbild der Marke verantwortlich, etwa die Ausstattung der Boutiquen.

    Familie Armani

    TORTELLI ALLA PIACENTINA
    Familie Armani


    »Ich bin definitiv ein Gourmet, aber ich bin auch Traditionalist, wenn es ums Essen geht. Nichts liebe ich mehr als einen Teller ›Tortelli alla Piacentina‹ in geschmolzener Butter mit geriebenem Käse, so wie meine Mutter sie immer gemacht hat. Ein sehr aromatisches Nudelgericht, das mich sofort an lange Familienabende erinnert. Damals habe ich gelernt, einfache, aber gesunde Lebensmittel zu schätzen. Ich habe eine instinktive Abneigung allem gegenüber, was zu viel Sauce, zu viele Gewürze und zu viele Aromen hat - ich will lieber genau wissen, was ich da esse.« (Giorgio Armani)

    Für 6 Personen

    Zutaten Füllung
    600 g frischer Spinat
    600 g Ricotta
    1 Ei
    200 g Grana Padano
    Salz

    Zubereitung
    Spinat überbrühen, in kleine Stücke hacken, dann mit Ricotta, Ei und geriebenem Grana Padano in einer Schüssel vermischen. Mit etwas Salz verfeinern.

    Zutaten Pasta
    600 g Mehl
    4 Eier
    lauwarmes Wasser
    Salz

    Zubereitung
    Mehl mit Eiern, etwas Wasser und einer Prise Salz vermischen und so lange kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Teig danach etwas ruhen lassen. Anschließend dünn ausrollen und in Quadrate mit ca. 4 cm Seitenlänge schneiden. Auf die Teigquadrate etwas von der Füllung setzen und dann bonbonartig verschließen. Die fertigen Tortelli in ausreichend gesalzenem Wasser kochen.

    Giorgio Armani (Mitte) mit seiner Mutter und seiner Schwester. Vorn sein Neffe Andrea und die Nichten Roberta (Mitte) und Silvana, die alle im Unternehmen tätig sind.

    Familie Etro

    APFELSTRUDEL
    Familie Etro

    »Ich mache diesen Nachtisch immer zum Geburtstag meiner beiden Kinder im August, wenn wir die Ferien in den Bergen verbringen. Besonders Filippo, unser Ältester, besteht auf seinem Strudel - und nimmt am liebsten ordentlich Schlagsahne dazu.« (Veronica Etro)

    Für 6 Personen
    Zutaten Teig
    200 g Mehl
    Salz
    2 EL Öl
    1 Eigelb
    Mehl zum Ausrollen
    Öl zum Bestreichen

    Zutaten Füllung
    2 kg Äpfel (Renette)
    ½ Zitrone
    2 EL Zucker
    150 g Semmelbrösel
    120 g Butter
    40 g Rosinen (vor Verwendung in warmem Wasser einweichen)
    1 TL Zimt
    ½ Glas Kondensmilch

    Zubereitung

    Mehl, Prise Salz, Öl, Eigelb, 90 ml lauwarmes Wasser in einer Schüssel mischen. Teig mindestens 5 Minuten kräftig kneten, dann zu einer Kugel formen. Diese mit kreisenden Bewegungen der ineinander verschränkten Hände »schleifen«, bis die Oberfläche glatt ist. Mit wenig Öl bestreichen, mit Folie abdecken, 30 Minuten ruhen lassen. Teig auf bemehltem Tuch auslegen, dünn ausrollen - aufpassen, dass er nicht bricht. Äpfel schälen, in feine Stücke schneiden, mit Zitronensaft und Zucker mischen. Semmelbrösel in einer Pfanne mit 100 g Butter anbräunen, abkühlen lassen. Auf dem Teig verteilen, ebenso Äpfel und Rosinen. Zimt darüber streuen, stückchenweise 20 g Butter darauf geben. Tuch leicht anheben und damit den Strudel vorsichtig aufrollen. An den Ecken verschließen. Backblech mit Öl einpinseln, Strudel darauf 45 Minuten bei 170  Grad backen. Nach 35 Minuten mit Kondensmilch bestreichen.

    Veronica Etro mit ihren älteren Brüdern. Sie entwirft die Damenkollektion der Marke, die ihr Vater Gimmo 1968 gründete und vor allem mit Paisleymustern bekannt machte.

    (Styling: Barbara Dodt; Foodstyling: Marcel Sumpf; Familienfotos: Werner Gritzbach/face to face und privat.)

    Fotos: Hans Gerlach

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