»Für mich geht Gastfreundschaft ums Geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten«

Die Köchin Noor Murad stammt aus Bahrain. Im Interview erzählt sie, was Gastfreundschaft für sie bedeutet, inwiefern sich die Golf-Küche von der Levante-Küche unterscheidet und was ein guter Gastgeber seinen Gästen auftischt – mit Rezepten.

Zahra Bilaban: Blumenkohl mit warmem Joghurt und Paprikabutter.

Foto: Matt Russell

SZ-Magazin: Frau Murad, Sie sind Bahrain aufgewachsen und leben jetzt in London. In Ihrem Buch »Lugma« schreiben Sie von der unvergleichlichen Gastfreundschaft in Ihrer Heimat. Laden die Menschen dort häufiger Gäste zu sich nach Hause ein?
Noor Murad: Ja. Gastfreundschaft, das Kochen für andere, das Nähren von Gästen und Sich-Kümmern, sind Teil unserer DNS, viel stärker als hier in Westeuropa. Wann immer du in meiner Heimat in ein fremdes Haus kommst, fühlst du sofort die Liebe und Großzügigkeit der Gastgeber. Tee, Nüsse und Früchte gibt es immer, auch wenn Freunde unangekündigt vorbeikommen. Alles dreht sich ums Essen. Auch weil es keine Trinkkultur gibt, Bahrain ist ja ein muslimisches Land. Man geht also nicht mal schnell ein Bier zusammen trinken.