Boxershort & Herrenslip

Zwei, die nicht miteinander können

Das Lustigste am Mann ist sein Penis, das Zweitlustigste dessen Verpackung. Im ersten Punkt sind sich alle Männer einig, dass jeweils ihr eigener der Längste ist. In Sachen Verpackung herrscht Streit zwischen Trägern von Boxershorts und Herrenslips. Die Slips verhindern zweifellos Baumeleien und formen ein beeindruckendes Gemächt. Da der elastische Stoff eng anliegt, sieht darin selbst ein kleiner Lümmel wie ein großer Prügel aus. Boxershorts dagegen kaschieren jegliche Ausbuchtungen und hängen schlaff am Bein wie abgeschnittene Schlafanzughosen, verziert mit Streifen, Karos und Gittermustern. Trotzdem trägt sie der gemeine Jugendliche – vor allem unter weiten Hosen –, damit niemand seine Pobacken sieht. Außerdem kann er nach einer wilden Party direkt darin einschlafen, ohne dass er nachts durch Beklemmungen geweckt wird. Lange Zeit sahen sich die Slipträger in diesem Zusammenhang mit dem Vorwurf konfrontiert, sie setzten ihre Fruchtbarkeit aufs Spiel – bis die US-Urologen Bruce R. Gilbert und Robert A. Munkelwitz nachwiesen, dass die für Spermienproduktion essenzielle Hodentemperatur nicht von der Unterhose abhängt: Sie beträgt durchschnittlich 33,5 Grad Celsius für Slips und 33,8 Grad für Boxershorts. Entschieden wird der Streit von den Frauen, die laut dem Fachmagazin Sous die Hälfte der Herrenunterhosen kaufen und sehr pragmatisch vorgehen: Mit zunehmendem Alter erschlafft nämlich nicht nur der Penis, sondern auch das Gesäß des Mannes. Und Slips sind wenigstens halbwegs in der Lage, dem Ganzen Form zu verleihen. So kann der Mann am ehesten in Würde altern.

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