Lisa Eckhart und die Grenze des Sagbaren

Die österreichische Kabarettistin spielt mit Tabus – und bricht sie lustvoll. Lisa Eckharts Fans sagen: Sie entlarvt unsere Ressentiments. Ihre Kritiker sagen: Sie reproduziert und verstärkt sie. Wer hat recht? Eine Begegnung mit der umstrittenen Künstlerin.

Lisa Eckhart, 27, liebt ­Zigaretten – und Versace. Im Netz fahndet sie stundenlang nach Einzelstücken aus älteren Kollektionen.

Foto: Jelka von Langen / Soothing Shade

Dieses Portrait erscheint im SZ-Magazin 33/2020 am 13. August. Exklusiv für SZ-Plus-Abonnenten veröffentlichen wir es hier bereits vorab:

Man wird etwas nervös, wenn man vor einem Treffen mit Lisa Eckhart liest, was in den vergan­genen Wochen über sie in der Zeitung stand: Sie gehe »über Leichen«, geriere sich als »kalte Fassade ohne Risse und ohne Mitleid für oder auch nur Interesse an Menschen«, überhaupt sei sie von »einer bis zur Ignoranz hinüberkippenden altösterreichisch-aristokratischen Arroganz«, so abgehoben wie Falco, so sadistisch wie Christoph Waltz in seiner Rolle als SS-Standartenführer Hans Landa in Inglourious Basterds.