Ich fahre für dich

Sein Sohn stirbt bei einem Unfall mit dem Motorrad. Der Vater beginnt, die Maschine zu reparieren – um seinem Sohn weiterhin nahe zu sein.

    Jörg und Elfi Drenkard sind Anfang 50 und haben ihren gesamten Lebensplan nach ihrem Sohn Sven gezeichnet, ihrem einzigen Kind. Sie haben einen Bausparvertrag abgeschlossen, ein Haus gebaut das er einmal erben sollte, Geld zurückgelegt für seine Ausbildung und sein Leben nach dem Abschluss. Dann passiert das Schlimmste: Sven stirbt bei einem Motorradunfall.

    Wie soll man nach solch einem Unglück nur weitermachen? Wenn ein Paar das gemeinsame Kind verliert, zerbrechen vier von fünf Ehen. Oft weil die Eltern ihren Verlust unterschiedlich verarbeiten. Das Verständnis für die Trauer des anderen fehlt. Und auch Jörg und Elfi Drenkard trennt ihre Art zu trauern.

    Nach dem Unfall will die Mutter das Motorrad ihres Sohnes verschrotten lassen, um die Tragödie zu verarbeiten. Der Vater sieht das anders: Er will das Motorrad nach Hause holen, um es zu reparieren und irgendwann selbst darauf zu fahren. Für ihn bedeutet die Maschine, die Verbindung zu seinem Sohn zu halten – über dessen Tod hinaus.

    Eine Trauer, zwei Wege der Verarbeitung. Unser Autor hat die beiden über ein Jahr immer wieder besucht und beschreibt, wie sie es schaffen, gemeinsam die schwerste Zeit ihres Lebens zu überstehen. Wie sie lernen, die Bedürfnisse des anderen zu akzeptieren. Und wie eine Lieferung mit Ersatzteilen für das Motorrad zu einer großen Liebeserklärung wird.

    Lesen Sie die Reportage jetzt mit SZ Plus:

    Geteiltes Leid

    Ein Ehepaar verliert sein einziges Kind durch einen Motorradunfall. Die Mutter will das Motorrad loswerden, um das Unglück verarbeiten zu können. Der Vater will es reparieren - aus dem gleichen Grund.

    Foto: Daniel Delang

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